Jeder Song ein anderer Stil. THE FOXHOLES scheinen offensichtlich nicht gerade Freunde des Stillstands und der Konventionalität zu sein. Ich weiß, Song-By-Song-Reviews stinken gewaltig und sind irgendwie auch ganz schön doof, aber bei „Com O Doin Fier No“ ergibt ein anderes Vorgehen nicht viel Sinn.
Der Opener „La Malbouffe“ führt einen mal eben auf die Prog Rock-Fährte, während „El Vuelo“ Art Rock, Chanson, Trip Hop und Dream Pop miteinander kreuzt. „King Cujo 2010“ atmet dann punkigen Wave-Spirit, fast als ob auf einmal eine andere Scheibe läuft – wenn da nicht Annas Stimme wäre, die zusammen mit dem eigenwilligen Sound das Bindeglied zwischen den Songs ist. Dies fällt dann spätestens beim eher poppigen, melancholischen „Tu Realidad“ auf, bei dem sich die junge Frau mit Gitarrero Jonah die Vocals teilt. „Whisper My Name“ ist hingegen eine extrem tanzbare Nummer, die nicht weit entfernt von aktuellem Material der Synthpopperinnen CLIENT ist.
Spacig und entrückt wird es dann bei „Cada Miércoles Desde Febrero“, das wie eine Kollision zwischen CLAIRE VOYANT und YOUNG GODS tönt. Wie KING CRIMSON dann auf dem Punk-Trip klingen könnten, während sie einen auf ROY ORBISON machen, könnte „Betrayal“ demonstrieren, und bei „Generation“ packen die spanischen Fuchslöcher dann noch die Mundharmonika aus – straighter Rock mit Punkflair und Blues-Note steht nun auf dem Programm.
FAZIT: So heterogen diese acht Songs untereinander auch sind, so viel Spannung bietet das zweisprachig getextete Album aber auch – denn „Com O Doin Fier No“ entpuppt sich als eine kleine Überraschungs-Wundertüte, bei der man unbedingt wissen will, was als nächstes kommt.
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 02.07.2010
Anna, Jonah
Jonah
Jonah, Maese 1001
Maese 1001 (Programming, Effects)
Eigenproduktion
35:39
2010