Musikalisch stark in den Achtzigern verwurzelt ist dieses gemischte Duo. Mit minimalistischer elektronischer Musik und wavigem Pop, dessen Essenz der gute Song ist, katapultieren THE GIRL & THE ROBOT den Hörer zurück in eine Zeit, in der der Großteil des Pop noch Atmosphäre, Tiefe und Anspruch hatte, wobei Deadbeat und Plastique, so die Pseudonyme des Mädchens und des Roboters, keinesfalls stumpf die Retroschiene entlangeiern.
Mal lassen die EURYTHMICS grüßen („Whole“), dann bezaubert das Twopiece mit wunderbaren Balladen („I Lost Control“), und auf der Gegenseite gibt es moderne, technoide Nummern wie „Never Ever“ und fast futurepoppige Töne á la „Crash Course In Hate“ zu genießen. Angenehm ist bei den beiden, dass ihre Kompositionen niemals überladen sind, sondern mit Understatement punkten, welches die Melodien – oder noch besser, den eben genannten „guten Song“ – in den Vordergrund stellt.
Gelegentlich erinnert dieses Album an eine fluffigere Version von CLIENT, an sanfte COVENANT, oder wie die Bandinfo noch treffend zwei weitere Namen erwähnt, an RÖYKSOPP und LADYTRON, doch es ist nicht zuletzt der gleichermaßen kühle wie sinnliche Gesang Plastiques, der „The Beauty Of Decay“ einen ganz eigenen Anstrich verpasst. Doch auch Herrn Deadbeats instrumentale Arbeit, die die betörende Stimme der Plastikdame gekonnt mit edlen Sounds und Beats umspielt, besitzt eine Menge Wiedererkennungswert, sodass man THE GIRL & THE ROBOT trotz nachvollziehbarer und klar zu definierender Einfüsse nie ein Nacheifern unterstellen kann.
FAZIT: Wenn elektronischer Pop, dann bitte so.
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 08.04.2010
Plastique
Deadbeat (der ganze Rest)
Trisol Music Group
46:16
26.03.2010