Da mir die Band, ehemals firmierend als HESSLERS, trotz eines erschienenen Albums, gänzlich unbekannt war, war ich beim Erstdurchlauf des zweiten THE INTERSPHERE-Outputs eher der Meinung, hier hätten wir es mit dem neuesten Hype aus Großbritannien oder den US of A zu tun. Um so überraschter war mein Blick, als ich lesen durfte, dass die Band aus meiner Geburtsstadt Mannheim stammt.
Perfektionistisch bis in die letzte Faser zelebriert das Fourpiece auf „interspheres >< atmospheres“ ein edles Konglomerat aus Prog Rock, Post Rock, Alternative, Indie Rock, 80er Popflair, Psychedelic, Art Rock, Punkrock und allem dazwischen und außenherum. Eigentlich stimmt alles auf dieser in ein stilvolles Digipak gehüllten Scheibe: Originelles Songwriting, Authentizität, Emotion, überkochende Kreativität, fetter und differenzierter Fabio Trentini-Sound, famose und facettenreiche Vocals, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Verspieltheit und Catchyness – ein Hit nach dem anderen, kaum ein Song ähnelt dem anderen. Dennoch ist da etwas, das stört: Das Album ist einfach <i>zu</i> perfekt.
FAZIT: Perfektion ist nicht immer alles. Etwas mehr Dreck, mehr Ecken und Kanten, so etwas hätte „interspheres >< atmospheres“ äußerst gut getan. Lassen wir die Subjektivität außen vor, so darf, nein, muss man diesen Tonträger zu einem der nationalen 2010er Highlights im Alternative-Sektor zählen – das ist so sicher wie das explodierende Ei in der Mikrowelle. Jedenfalls braucht sich dieses Teil hier keineswegs vor den Werken der gerne als Vergleich herangezogenen INCUBUS, DREDG und MUSE zu verstecken.
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 18.02.2010
Sebastian Wagner
Christoph Hessler
Thomas Zipner
Moritz Müller
Moritz Müller, Thomas Zipner (Backing Vocals)
Songs Of The Century
51:11
12.02.2010