Blues- und Blues-Rock-Experten bekommen wahrscheinlich Kreislaufentzündung, wenn sie die folgenden Sätze zu lesen bekommen. Lynchen werden sie mich wollen, denn ich muss sagen: Es gibt aus meiner – selbstverständlich höchst subjektiven – Sicht kaum ein Genre, das kreativ und stilistisch dermaßen limitiert ist wie die eben genannten.
Sicher, der 20-jährige JOSH PILOT und seine beiden Hintermänner Jeff und Jason Hargis (ein Vater-Sohn-Gespann) sind Meister ihres Fachs und performen ihre zehn Songs auf enorm hohem Niveau, auch das Feeling ist vorhanden, und Pilots Gesang steht dem gefühlvollen Gitarrenspiel in nichts nach, letztendlich geht „Price To Pay“ aber dank seiner Gesichtslosigkeit ganz bestimmt komplett im weiten und tiefen Meer des Musikbiz unter.
Zu viele Klischees - die alibiesken Southern-Sprenkel, das gewollt Coole, oh yeah baby, uh huuh, aah yeah c'mon, hier noch etwas Boogie, da noch etwas GARY MOORE, selbstverständlich noch etwas B. B. KING, und WALTER TROUT darf da natürlich auch nicht fehlen. Tja, und sonst? Nichts. Einfach nur grundsolider Standard. Das gewisse Etwas? Fehlanzeige. Individualität? In der Sofaritze vielleicht.
FAZIT: Trotz handwerklicher Perfektion und keiner ernsthaften „Vergehen“ wäre „Price To Pay“ wohl nicht gerade die Scheibe, die sich dafür empfehlen würde, den Musikfan zum Blues beziehungsweise Blues Rock zu führen.
Punkte: 7/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 28.11.2010
Jeff Hargis
Josh Pilot
Josh Pilot
Jason Hargis
Eigenproduktion/Just For Kicks
44:39
20.11.2010