Aus dem ostfranzösischen Lyon stammen THE OATH, die bereits seit 1999 existieren und mit "Self-Destructed" ihr drittes Album zur Diskussion stellen. Stilistisch bewegt man sich irgendwo zwischen melodischem Death Metal und symphonischem Black Metal, Ähnlichkeiten zu einer Band wie DIMMU BORGIR zu "Enthrone Darkness Triumphant"-Zeiten sind durchaus auszumachen. Aufgenommen wurde die Platte in den inzwischen recht renommierten Kohlekeller Studios, so dass man zumindest schon mal davon ausgehen kann, dass "Self-Destructed" gut klingt.
Was sich auch schnell bestätigt, der Sound ist klar und druckvoll und alle Instrumente kommen gut zur Geltung. Mit dem eröffnenden "End Of The Lines" geht man auch sofort tempomäßig in die Vollen, allerdings fällt schnell das große Manko von "Self-Destructed" auf. Denn die Melodien sind bereits im ersten Song ungewohnt positiv, was angesichts des düsteren Coverartworks und des Albumtitels so nicht zu erwarten war. Man hätte viel mehr eine düstere, depressive Atmosphäre erwartet, die kommt allerdings so gut wie nie auf. Zwar muss man den Herren attestieren, ihre Sache handwerklich gut zu machen, das allerdings macht noch lange kein gutes Album aus. Es gelingt nicht, Spannung aufzubauen, da das Songwriting viel zu sehr auf Nummer sicher getrimmt ist, hinzu kommt, dass die Songs sich offenbar alle streng am Clicktrack orientieren, was sie sehr konstruiert und unlebendig wirken lässt.
So sind es letztlich immer nur einzelne Details, die kurz aufhorchen lassen. Die orientalischen Harmonien in "Watch Me Bleed" zählen ganz sicher dazu und an sich sind die Melodien allgemein auch nicht von schlechten Eltern. Es mangelt ihnen aber an der Fähigkeit, sich im Ohr festzusetzen. Man ist zwar in jeder Hinsicht um Abwechslung bemüht, doch ist der Mangel an packenden Hooks zu groß, um nachhaltig zu beeindrucken. Und letztlich kommen einem auch die Keyboard-Sounds über weite Strecken bekannt vor, hier hapert es gewaltig an der Eigenständigkeit.
FAZIT: "Self-Destructed" ist kein schlechtes Album, jedoch viel zu durchschnittlich, um im weitestgehend übersättigten Markt Ausrufezeichen zu setzen.
Punkte: 7/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 30.12.2010
Nathaniel Reynaud
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code666
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29.10.2010