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The Steepwater Band: Live At The Double Door

Stil: Heavy Blues Rock

Cover: The Steepwater Band: Live At The Double Door

Zwölf Jahre nach Gründung, eine EP, eine DVD und sechs Alben später, veröffentlicht THE STEEPWATER BAND das im Mai diesen Jahres in der Heimatstadt Chicago eingespielte „Live at the Double Door“ .

Wie es sich für ein „Power-Trio“ in der Nachfolge CREAMs gehört, wird erdiger, satter Blues Sock mit einer Prise Boogie aufgeführt. Wobei die Betonung auf ROCK liegt und weniger auf Blues.
Prägend, oder besser: dominierend, ist die Gitarre Jeff Masseys. Das rhythmische Duo hält zwar stoisch dagegen und gibt so die zweckmäßige Grundlage für Masseys Spiel, bleibt aber zweiter Sieger hinter den verzerrten, effektgeladenen Exkursen. Massey prescht durch die Songs wie ein Ford Mustang durch die staubtrockene Wüste. Von sperrigen Wah-Wah Orgien (All the Way To Nowhere“) bis zum unwiderstehlichen, potenziellen Hit („Revelation Sunday“) bietet „Live At The Double Door“ die volle Gibson-Breitseite. Der Sänger Massey kann dem Gitarristen nicht das Wasser reichen. Zwar kein Totalausfall, bleibt seine Stimme die ganze Show über relativ blass und seltsam unsicher. Das nimmt hervorragenden Liedern wie „Roadblock“ oder „Revelation Day“ die letzte Wucht und präzise Durchschlagskraft.

Gewöhnungsbedürftig auch, dass die Gitarre permanent aus der linken Box dröhnt, während Bass und Drums rechts zu verorten sind. Der Gesang schält sich irgendwo dazwischen aus den Lautsprechern. Das gibt dem ganzen ein raues, nostalgisches 60er-Jahre Live-Feeling, bleibt aber dank seiner konsequenten Ausführung höchst eigenwillig.

FAZIT: Wer auf ruppigen Rock mit Blues-Feeling steht, wem exzessive Gitarreneskapaden, gerne auch verzerrt, keine Kopfschmerzen, sondern Freude bereiten, der macht mit dem aktuellen Live-Album der STEEPWATER BAND nichts verkehrt. Leichte Abzüge gibt es für den schwachbrüstigen Gesang, der hinter der druckvollen Musik zurückbleibt.
Zum ordentlichen Krachen lassen abseits des Metal-Pfades taugt das Album aber allemal.

Erschienen auf www.musikreviews.de am 09.11.2010

Tracklist

  1. Indiana Line
  2. Roadblock
  3. Away
  4. Revelation Sunday
  5. Dance Me a Number
  6. Healer
  7. All the Way To Nowhere
  8. Baby, You're On Your Own
  9. A Lot of Love Around
  10. Lord Knows
  11. Steel Sky
  12. One Way Ride
  13. World Keeps Moving On
  14. The Stars Look Good Tonight

Besetzung

  • Bass

    Todd Bowers

  • Gesang

    Jeff Massey

  • Gitarre

    Jeff Massey

  • Schlagzeug

    Joe Winters

Sonstiges

  • Label

    Diamond Day Records/Just For Kicks

  • Spieldauer

    78:11

  • Erscheinungsdatum

    05.11.2010

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