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The Unfading Beauty: City Lights

Stil: Alternative / New Rock

Cover: The Unfading Beauty: City Lights

Ich gebe zu: ich habe mich nur für die Besprechung dieser Platte gemeldet, weil mich die Aufmachung der MySpace-Seite von THE UNFADING BEAUTY und das Artwork ihres Albums "City Lights" an einem Punkt angesprochen haben, den ich selber als "urbanes Gefühl" bezeichne. Dieses Gefühl ist ein schwer zu beschreibender Zustand, der mich hin und wieder und nur unter bestimmten Umständen in Großstädten überkommt. Diese Umstände wiederum sind nicht klar definiert, ich kann nur sagen, dass der Geruch der Stadt, die Außentemperatur und die Tageszeit eine Rolle spielen und ich mit diesem Gefühl auf eher positive Art Begriffe wie Anonymität, Gefahr, Risiko, Reiz und Einsamkeit assoziiere. Klingt komisch, ist aber so.

Wenn ich mir "City Lights" nun anhöre, stellt sich das urbane Gefühl allerdings überhaupt nicht ein, im Gegenteil. Denn die Musik von THE UNFADING BEAUTY ist im Endeffekt so provinziell, wie ihre Heimatstadt Werl, was mich dann eher an das Heimatkaff, in dem ich aufgewachsen bin erinnert, als eine Metropole. Trendiger Rock mit Anleihen aus Alternative und Screamo wird geboten, allerdings in einer kreuzbraven und biederen Variante. Ein bisschen melancholisch darf es sein, aber bloß nicht zu stark, man will ja niemanden über Gebühr strapazieren. Durchdringende Gitarrenriffs sollen zu hören sein, doch der extrem teigige Gitarrrensound nimmt der Musik jeglichen Druck und dass hier zwei Gitarren zu hören sein sollen, mag man so gar nicht glauben. Handwerklich ist das, was THE UNFADING BEAUTY fabrizieren sicherlich in Ordnung, Akzente setzen aber weder die Instrumente, noch der melodische, aber unaufgeregte Gesang. Lediglich die billigen Keyboardsounds fallen ziemlich unangenehm auf.

Hätte der Fünfer ein, zwei Hits vorzuweisen, dann würde das Album vielleicht mehr Spaß machen, so aber plätschern die etwas mehr als 40 Minuten an einem vorbei, ohne großartig zu stören, aber eben auch ohne wirklich zu gefallen. Wie singt die Band selber in "Get Up And Move": "you forgot to risk" - das trifft in vollem Umfang auch auf sich selbst zu.

FAZIT: Schwer vorstellbar, dass jemand aus der Ü20-Fraktion auf dieses harmlose Scheibchen wirklich abfahren kann. THE UNFADING BEAUTY präsentieren sich musikalisch viel zu sehr als nette Jungs von nebenan, vergessen dabei aber, dass das nicht wirklich rockt.

Punkte: 6/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 26.03.2010

Tracklist

  1. Rise And Fall
  2. Dance! Scream! Burst!
  3. Can't Breathe
  4. In Sorrow
  5. Get Up And Move
  6. These Hands
  7. The Wall
  8. Borderline
  9. Welcome
  10. Roadmap Of My Life
  11. All Hope

Besetzung

  • Bass

    Ben Stegmann

  • Gesang

    Andreas Ohnhaus

  • Gitarre

    Christian Sander, Andreas Feldmann

  • Schlagzeug

    Dominique Ehlert

Sonstiges

  • Label

    Fastball Music

  • Spieldauer

    41:55

  • Erscheinungsdatum

    12.03.2010

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