Death Metal, Industrial und elektronische Klänge miteinander zu kombinieren. Nicht neu, aber selten. Musikalisch ist diese mutige Mixtur der Stile auf dem nunmehr fünften Album der Polen THY DISEASE gar nicht schlecht gelungen.
Todesblei osteuropäischer Prägung trifft auf maschinelles Angstfabrik-Getrümmer, Techno-Sounds fiepen durch den Kosmos, und auch moderne Knüppelbands der Marke SOILWORK und SCAR SYMMETRY schimmern durch das Einflussdickicht hindurch. Ebenso keimen Gedanken an NOCTURNUS, KOVENANT, OXIPLEGATZ oder entfernt auch ARCTURUS auf. Trotz alledem bietet das sehr edel produzierte Werk mit dem Titel „Anshur ZA“ mehr als ausreichende Individualität. Der Schwachpunkt der Krakauer Band ist eindeutig Sänger Psycho, welcher technisch nicht viel mehr als akzeptable Arbeit leistet. Mangels Originalität und Ausdrucksstärke verbreitet der glatzköpfige Frontmann viel Langeweile, welche die instrumentale Kurzweil über weite Strecken neutralisiert.
FAZIT: Cybergeknüppel gut, Sänger bitte auswechseln. Und bitte, bitte, bitte nie nie nie wieder solch endbeknackte Coverversionen wie MADONNAs „Frozen“ und DEPECHE MODEs „Sinner In Me“ aufnehmen – wäre ich einer der gecoverten Künstler, würde ich Sturm laufen gegen THY DISEASE und sie wegen Totalverhunzung anklagen.
Punkte: 7/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 09.04.2010
Yanuary
Psycho
Yanuary
Cube
Cloud
Mystic Production
45:36
19.04.2010