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Traumtaenzer: Der weisse Raum

Stil: Electro / Gothic Rock

Cover: Traumtaenzer: Der weisse Raum

TRAUMTAENZER sind eine Band aus dem nordrhein-westfälischen Witten und quasi das Nachfolge-Projekt von DOWNSCARRED, denn Gitarrist Tom O'Connell (der außerdem bei GARDEN OF DELIGHT tätig war) und Sänger Marco Blum haben nach dem Ende dieser Band eben eine neue gegründet. Wer in der Szene firm ist, dürfte sich bei dem Bandnamen an den gleichnamigen Hit von DIARY OF DREAMS erinnert fühlen und ganz daneben ist diese Assoziation sicher nicht.

Düster Gothic Rock mit elektronischen Elementen ist ebenfalls die Spielwiese der Band von Adrian Hates, bei TRAUMTAENZER kommen allerdings noch ein paar Faktoren hinzu. Durch den immer wieder eingesetzten weiblichen Gesang fühlt man sich an MANTUS, BLUTENGEL oder UNTOTEN erinnert, während Marcos warme Stimme der des inzwischen berühmten Grafen ähnelt und vor allem so manche Gesangslinie in den Refrains auch von UNHEILIG stammen könnte. Ob letzteres als Kompliment oder als Abwertung zu verstehen ist, möge jeder für sich entscheiden. Die hier und da eingesetzten Ethno-/Weltmusik-Sounds fügen eine weitere, durchaus passende Geschmacksnote hinzu, zudem kommen durch die Geige sowie aus den Keyboards klassisch-symphonische Elemente hinzu. Man könnte meinen, das sei alles ein bisschen zuviel des Guten und in der Tat hat man den Eindruck, als seien TRAUMTAENZER noch auf der Suche nach dem eigenen Stil.

Als negativ erweist sich, wie auch bei vielen anderen Acts des Genres, dass die Gitarren nicht mit den elektronischen Sounds harmonieren, vielmehr schrammeln sie auf einer der Soundspuren herum, ohne sich aber in den Gesamtkontext schlüssig einzufügen. Es scheint, als gelinge dies nur sehr wenigen Bands, an dieser Stelle seinen DIARY OF DREAMS oder DIORAMA als gute Beispiele genannt. Eine qualitative Berg-und-Tal-Fahrt nimmt man beim Songwriting wahr. So hat das leicht plakative "Stigmata" durchaus das Zeug zum Szenehit, das schwer kitischig betitelte "Eisprinzessin" entwickelt ebenso wie das "Zwischenspiel der Asche" eine hübsche, stimmungsvolle Atmosphäre. Das zunächst düster-rockige "Die Maschine" beginnt vielversprechend, flacht aber im Refrain in Unheilig-Untiefen ab, was ebenso für den Track "Für die Nacht" gelten mag. Im flotten "Fremdes Land" nervt der stumpe Beat und der Gitarrensound, ansonsten wäre der Song eigentlich gelungen, während man versucht, bei "Monolith" Tiefgang zu entwickeln, was aber nur ansatzweise gelingt, hier fehlt letztlich noch die Intensität.

FAZIT: "Der weisse Raum" (das eigentlich "Der weiße Raum" geschrieben wird) ist sicher kein schlechtes Album, kann aber mit den Werken der Vorreiter der Szene über weite Strecken nicht mithalten. Die Ethno-Elemente könnten in Zukunft ruhig noch ausgeweitet werden, während die Integration der Gitarren verbesserungswürdig ist. Insgesamt also Durchschnitt mit Luft und Tendenz nach oben.

Punkte: 7/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 11.10.2010

Tracklist

  1. Traumtaenzer
  2. Fremdes Land
  3. Die Maschine
  4. Zwischenspiel der Asche
  5. Monolith
  6. Eisprinzessin
  7. Stigmata
  8. Für die Nacht
  9. Krieger
  10. Zwischenspiel der Ewigkeit
  11. Die Wahrheit
  12. Stigmata (Clubmix)
  13. Für die Nacht (Video Edit)
  14. Die Wahrheit (Clubmix feat. Leichenwetter)

Besetzung

  • Gesang

    Marco B. , Eva. P

  • Gitarre

    Tom O'Connell

  • Keys

    Tom O'Connell

  • Sonstiges

    Sandra S. (Geige)

Sonstiges

  • Label

    Echozone

  • Spieldauer

    67:26

  • Erscheinungsdatum

    08.10.2010

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