Plüsch-Death Metaller werden bei DREAMSHADEs Debütalbum „What Silence Hides“ frohlockend und beschwingt durch die Gegend springen wie Frauen in diversen Damenbinden-Werbespots. Im Grunde strotzt das zehn Songs starke Werk nur so vor Zuckerguss-Keyboards, Allerwelts-Twinguitars, stereotypem Keifen und Grunzen und allem, was sonst schon zigfach da war. Selbst die Integration von Prog-Elementen kennt man von vielen, vielen anderen Melodeath-Kapellen. Diese Schweizer bieten ihre Musik allerdings mit solcher Intensität, Energie und Vehemenz dar, dass es ein wahrer Genuss ist, den sechs Schergen zuzuhören.
Viel von SOILWORK zu „The Chainheart Machine“ schwingt mit, etwas alte CHILDREN OF BODOM ebenso, und natürlich dürfen in der Aufzählung auch DARK TRANQUILLITY, IN FLAMES, SACRILEGE und Konsorten nicht fehlen, doch auf Pop-Firlefanz, wie ihn ein Teil jener Bands verwendet, wird komplett verzichtet. Trotz des technisch hohen Anspruchs gehen DREAMSHADE selten all zu verkopft vor, selbst wenn Stücke wie „Wide Awake“ nicht gerade unkomplex sind. Auch ist der – übrigens hervorragende – Sound nicht all zu trocken, stattdessen „schwimmt“ alles angenehm atmosphärisch in völlig unaufdringlichen Keyboard-Ozeanen umher.
FAZIT: „What Silence Hides“ vereint Eingängigkeit und Progressivität, und wenn man nicht gerade Innovation als Qualitätskriterium ins Spiel bringt, darf man hier einem technisch perfekten Longplayer mit sehr, sehr viel Feeling lauschen, der tagträumen lässt.
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 31.01.2011
Ivan
Iko
Fella, Rocco
Rawi
Sera
Spinefarm Records
44:37
28.01.2011