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Alpha Tiger: Man Or Machine

Stil: Old School Heavy Metal

Cover: Alpha Tiger: Man Or Machine

"Man Or Machine" ist das Debutalbum der sächsischen Band ALPHA TIGER, die sich der Wurzeln des Heavy Metal besinnt und deren Sound stark mit der NWoBHM verknüpft ist. Und das bringen die Jungs ziemlich authentisch rüber. Zwischen Bands wie GRIM REAPER, CROSSFIRE, TOKYO BLADE oder ANGELWITCH könnten auch ALPHA TIGER ihren Platz im wahren Heavy Metal der 80er einnehmen.

Sehr markant sind die melodischen doppelläufigen Leads. Und auch sonst ragt das inspirierte Gitarrenspiel heraus. Die Songkonstrukte sind druckvoll, und der Groove geht ganz gut in die Glieder über. Obwohl ALPHA TIGER schon Wert auf Geradlinigkeit legen, erlauben sie sich in den Stücken auch immer wieder anspruchsvollere Arrangements, die leichte Parallelen zu den Frühtagen des Progressive Metal, zu den ersten Alben von QUEENSRYCHE und FATES WARNING, ziehen.

So weit, so gut, doch hier muss das "aber" kommen. Der Gesang von Stephan Dietrich mag in seiner schrill-hohen Ausrichtung zwar auch sehr authentisch in den frühen 80ern verwurzelt sein, doch er ist mir in Punkto Variablität und Ausdruckskraft zu limitiert und dadurch mitunter nur schwer zu ertragen. Haben andere überwiegend "hochtönende" Sänger wie Steve Grimmett, Geoff Tate oder John Arch durchaus so etwas wie Markanz in ihrer Stimme, sind die Vocals bei ALPHA TIGER manchmal ein Drahtseilakt an der Grenze zum nervtötenden Kreischen. Mit zunehmender Albumdauer wird Dietrichs Leistung aber etwas stabiler.

Kompositorisch wird ein solides Level gehalten, das aber noch keine zwingenden Hits offenbart. Ein paar besser erarbeitete Höhepunkte würden dem Sound von ALPHA TIGER ganz gut zu Gesicht stehen. Gleichwohl gibt es auch keine Ausfälle. Als Anspieltipps würde ich mal "Man Or Machine", "Against The Time" und "Black Star Pariah" nennen, die aber letztendlich nur stellvertretend für ein gleichbleibend bodenständiges Songniveau stehen.

FAZIT: Die guten Ansätze und das Potential der Truppe sind unübersehbar. Kompositorisch müssten noch ein paar prägnantere Stücke komponiert werden. Ob man allerdings mit dem ziemlich eingeschränkten Gesang Erfolg haben wird, lassen wir mal dahingestellt. Old-School-Fans können in "Man Or Machine" ruhig mal reinlauschen. Das Gitarrenspiel hält die ein oder andere Überraschung bereit.

Punkte: 8/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 13.04.2011

Tracklist

  1. Starriders
  2. Crimson Desert
  3. Man Or Machine
  4. When Autumn Leaves Fall
  5. Against The Time
  6. Martyr's Paradise
  7. Karma
  8. Exit: Night
  9. Black Star Pariah

Besetzung

  • Bass

    Dirk Frei

  • Gesang

    Stephan Dietrich

  • Gitarre

    Peter Langforth, Alexander Backasch

  • Schlagzeug

    Axel Pätzold

Sonstiges

  • Label

    Sonic Attack/Soulfood

  • Spieldauer

    54:25

  • Erscheinungsdatum

    22.04.2011

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