Kann man einer Band ihr Genre – hier konkret Deathcore – vorwerfen? Vielleicht nicht grundsätzlich, aber man kann ihr Durchschnittlichkeit vorwerfen. Genau das, nicht mehr, nicht weniger, ist die aktuelle EP „Dark Days“ von ANNOTATIONS OF AN AUTOPSY, der britischen Band, deren Name kein Deutscher aussprechen kann, ohne ins Stolpern zu geraten.
Während ich „Wormwood“ von THE ACACIA STRAIN immer noch für ein fantastisch negatives und alles zerstörendes Album halte, geht ANNOTATIONS OF AN AUTOPSYs „Dark Days“ zwar in eine ähnliche Richtung, ist aber wesentlich mehr Hausmannskost. Viele Breakdowns, Deathmetal-Anteil gegen Null gehend, einzig der Titeltrack hat Anleihen in dieser Richtung zu bieten, und ab und an ein „Boooom“ von der 808, wem kommt das nicht bekannt vor? Soweit, so mittelmäßig, liest man aber die Texte, wird es hochnotpeinlich. Gefasel von „Mann sein“ und ähnlichem Gangquatsch, ach ja, die diversen Gangshouts wollen sich auch nicht so richtig in die Musik einfügen. Hm, irgendwie fehlt mir hier ein gewisses Maß an, äh, Intelligenz.
FAZIT: Deathcore, Breakdown, Chuggachugga, Brüll, Gangshout, jeden Tag Erbsensuppe, Gähn.
Erschienen auf www.musikreviews.de am 28.09.2011
Nath Applegate
Steve Regan
Sean Mason, Don Jones
Neil Hayward
Siege Of Amida Records
18:27
18.07.2011