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Arcane: Chronicles Of The Waking Dream

Stil: Progressive Metal

Cover: Arcane: Chronicles Of The Waking Dream

Was soll man von einem Album halten, welches einem gleich am Anfang an das TRAUMTHEATRALISCHE „Metropolis – Pt. 2“ erinnert und sich dann in die metallischen Höhen des „Perfekten Elements“ von PAIN OF SALVATION erhebt? Auf jeden Fall erweckt es frohe, gespannte Erwartungen für alle, die gerne nach der idealen Verbindung von Prog und Metal suchen! Und ARCANE bleiben in dieser Beziehung ihren erwartungsvollen Hörern kaum etwas schuldig. Leider kommt das Album nur in einem einfachen Digi-Pack daher und enthält weder die Texte, die bei solch einem Konzeptalbum für's Verständnis durchaus wichtig wären, noch besondere gestalterische Elemente.

„Chronicles Of The Waking Dream“ - ein Albumtitel, der bewusst oder unbewusst eine weitere Verbindung zu DREAM THEATER herstellt - schießt recht gezielt seine musikalischen Geschosse auf die Ohren derjenigen ab, die von den bereits benannten Bands nie genug bekommen können und vielleicht sogar ein wenig enttäuscht über die Entwicklung von PAIN OF SALVATION waren, als sich diese immer mehr vom Metal entfernten und dafür tief in die Abgründe der menschliche Seele mit deutlich finstereren Klängen eintauchten. Mit ARCANE gibt’s nunmehr einen Ersatz für die vergangenen POS-Zeiten. Dabei vermengt die australische Band auf ihrem zweiten Album Bombast und Metal mit symphonischen Rock, der sich aber auch auf der dunklen Seite des atmosphärischen Progs sehr wohlfühlt. Das Ganze kommt recht verspielt aus den Boxen und lässt durchaus verblüfft seine Hörer zurück, wenn eine Mädchenstimme plötzlich in metallischer Musik-Härte auftaucht, wenn es auch mal ein wenig jazzen darf oder sich weltmusikalische Elemente durch die ARCANE-Hintertür einschleichen.

Hinzu kommen noch zwei dicke Pluspunkte für die gekonnt gesetzten Melodiebögen, die immer wieder an die besten Zeiten von QUEENSRYCHE anknüpfen und der ausdrucksstarke Gesang von JIM GREY. Wenn jetzt noch mehr Eigenständigkeit in die musikalische Traum-Chronik einziehen würde, hätten wir es sicher mit einem großartigen Album zu tun. Bisher lässt „Chronicles Of The Waking Dream“ aber einfach noch zu viele Vergleiche zu. Aber wer kennt sie nicht, diese sich häufig wiederholenden Träume? Zum Glück aber handelt es sich bei ARCANE nicht um Albträume!

Inhaltlich erinnert die komplexe Geschichte sehr an den Film „8 Blickwinkel“ und erzählt von ein und demselben Ereignis, das aus unterschiedlichen Perspektiven von völlig unterschiedlichen Personen wahrgenommen und jeweils andersartig von ihnen interpretiert wird. Themen sind dabei dunkle Kindheitserinnerungen, genauso wie religiöser Fanatismus, missbrauchte Freundschaften oder zu späte Reue.

Übrigens dauerte es fast zwei Jahre, bis „Chronicles Of The Waking Dream“ auch in Europa vertrieben wurde. Seit dem 30. September 2011 ist die CD nun endlich auch problemlos bei Just For Kicks erhältlich. Und es wäre wirklich schade gewesen, wenn man uns diese Musik weiterhin vorenthalten hätte.

FAZIT: Wer sich mit ARCANE auf die musikalische „Traumreise“ begibt, dem werden immer wieder die schönsten Erinnerungen an mitunter vergangene Zeiten begegnen, in denen PAIN OF SALVATION, DREAM THEATER oder QUEENSRYCHE sich in musikalische Höhen erhoben, in denen sich metallische Härte und beeindruckende Melodien traumhaft miteinander vereinigten.

Punkte: 11/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 15.10.2011

Tracklist

  1. Glimpse
  2. The Seer
  3. The Malice
  4. The First Silent Year
  5. Secret
  6. Fading
  7. The Second Silent Year
  8. May 26
  9. The Third Silent Year
  10. Asylum: Acolyte Zero
  11. Whisper

Besetzung

  • Bass

    Brendon Blanchard

  • Gesang

    Jim Grey

  • Gitarre

    Michael Gagen

  • Keys

    Matthew Martin

  • Schlagzeug

    Blake Coulson

  • Sonstiges

    Molly McLarnon (Gesang auf "Secret"), Anette Askvik (Gesang auf "The Third Silent Year"), Daniel Johnston (Erzähler als "Acolyte Zero")

Sonstiges

  • Label

    Riot Ent. / Just For Kicks

  • Spieldauer

    59:26

  • Erscheinungsdatum

    30.09.2011

© Musikreviews.de