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Arch Enemy: Khaos Legions

Stil: Melodic Death Metal

Cover: Arch Enemy: Khaos Legions

Machen wir es kurz: Mit „Khaos Legions“ bekommt der geneigte ARCH ENEMY-Supporter das, was er erwartet: Einen auf Hochglanz polierten, druckvollen Sound, eingängige und bloß nicht zu komplexe Riffs, die mittlerweile viel mehr traditioneller Metal als Death Metal sind, teilweise schon penetrant cheesige Gitarren-Melodien („Yesterday Is Dead And Gone“), dazwischen aber immer wieder auch großartiges Gekniedel von Meister Amott, ein bisschen Alibi-Geballer („Cult Of Chaos“), denn der Großteil der Songs bewegt sich im gepflegten Midtempo-Bereich, Madame Gossows gewohnt eintöniges Gekeife, das meistens aber auch nicht stört und schließlich ein paar gut gemeinte Texte („Cruelty Without Beauty“).

Demnach unterscheidet sich das aktuelle Werk nicht großartig von den letzten drei regulären Studio-Alben? Stimmt, bis auf den Umstand, dass das Songwriting-Niveau deutlich schwächer ist. Im Gegensatz zum direkten Vorgänger – von „Anthems Of Rebellion“ ganz zu schweigen - muss man wirklich herausragende Ideen mit der Lupe suchen. Vieles wirkt vorhersehbar, auf Nummer sicher getrimmt und kommt über ein „gut gemacht, aber wenig zwingend“ nicht hinaus. Während die Ohrwurm-Melodien früher zumindest auf dem eigenen Mist gewachsen waren, treibt die Suche nach Massenkompatiblem nun etwas seltsame Blüten. Es sein denn, ich bin der einzige, der sich im Mittelteil von „Cult Of Chaos“ an „18 And Life“ (SKID ROW) und beim Refrain von „Thorn In My Flesh“ an „It´s A Sin“ (PET SHOP BOYS) erinnert fühlt. Die bereits erwähnte Melodie-Linie in „Yesterday Is Dead And Gone“ eignet sich eigentlich auch besser zur Untermalung eines Werbespots der Versicherungsbranche denn als Refrain eines Death-Metal-Songs. Und was Frau Gossow übrigens wirklich lassen sollte, sind die Semi-Balladen-Versuche („Bloodstained Cross“), denn dafür taugt ihre Stimme absolut nicht.

FAZIT: Unhörbar ist „Khaos Legions“ ganz sicher nicht, und für gefälliges Mitwippen reicht die musikalische Darbietung allemal, allein schon aufgrund des technischen Könnens der beteiligten Musikanten, aber wirklich spannende Alben klingen eben anders. Dafür gibt es auch in der ARCH ENEMY-Diskografie genügend Beispiele.

Punkte: 8/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 29.05.2011

Tracklist

  1. Khaos Overture
  2. Yesterday Is Dead And Gone
  3. Bloodstained Cross
  4. Under Black Flags We March
  5. No Gods, No Masters
  6. City Of The Dead
  7. Through The Eyes Of A Raven
  8. Cruelty Without Beauty
  9. We Are A Godless Entity
  10. Cult Of Chaos
  11. Thorns In My Flesh
  12. Turn To Dust
  13. Vengeance Is Mine
  14. Secrets

Besetzung

  • Bass

    Sharlee D'Angelo

  • Gesang

    Angela Gossow

  • Gitarre

    Michael Amott, Christopher Amott

  • Schlagzeug

    Daniel Erlandsson

Sonstiges

  • Label

    Century Media

  • Spieldauer

    54:48

  • Erscheinungsdatum

    27.05.2011

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