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Assassin: Breaking The Silence

Stil: Thrash Metal

Cover: Assassin: Breaking The Silence

Wie Retro kann eine Band sein, ohne direkt Retro zu klingen? Die Antwort liefert die Düsseldorfer Thrash-Legende ASSASSIN, die mit „Breaking The Silence“ ihre vierte Veröffentlichung auf den Markt schmeißt - wobei beinharte Fans ausschließlich die ersten beiden Alben „The Upcoming Terror“ (1987) und „Interstellar Experience“ (1989) zur Bandhistorie zählen, da das 2005-er Comebackalbum „The Club“ aufgrund starker moderner Einflüsse von vielen alten Haudegen die rote Karte gezeigt bekam.

„Breaking The Silence“ erscheint wie die ersten beiden Alben bei Steamhammer/SPV, das gibt schon mal den ersten Kultpunkt, produziert wurde das Album von Harris Johns, und für die Thrash-Produzentenlegende gibt’s vier weitere Kultpunkte. Die zehn Songs auf „Breaking The Silence“ bekommen jeweils einen weiteren Kultpunkt - macht unter dem Strich 15 Punkte. Aber leider nur in der Kultrubrik.

Das Positive: Album Nummer vier klingt zwar mit seiner staubtrockenen Drumproduktion durchaus nach 80er Jahre, ohne dabei aber in muffige Vier-Spur-Regionen hinabzugleiten. Im Prüfungsfach „Unbekümmertheit“ bekommt das Quintett ebenfalls ein „gut“, und wäre „Knüppel aus dem Sack“ ein Abiturfach - ASSASSIN würden mit Auszeichnung bestehen, denn die Düsseldorfer schwingen fast während der gesamten Albumspielzeit die ganz grobe Thrashkeule, gespickt mit fiesen Punk-Stacheln, reihen Riff an Riff, metzeln alles nieder, was sich ihnen in den Weg stellt.

Soweit die positiven Punkte - es gibt aber durchaus auch einiges zu kritisieren. Zum einen: Sänger Robert Gonella klingt zwar angepisst, was zu den wütenden Songs natürlich fraglos passt, doch über zehn Songs stellt sich aufgrund des monotonen Geschreis recht schnell eine gewisse Ermüdung ein. Die latente Nähe zum Hardcore-Gebrüll kommt mehr als nur einmal durch, doch spätestens, wenn bei einigen schleppenden Parts („Real Friends“) etwas melodischere Gesangspassagen dem Song richtig gut tun würden, stößt Gonella an seine Grenzen - und die des Hörers.

Insgesamt fehlt dem Album ohnehin die Abwechslung. Voll auf die Zwölf? Klar, da simmer dabei, dat is prima. Aber ein wenig Variation täte „Breaking The Silence“ gut. Da reicht es nicht aus, als Abschlusssong eine gut dreiminütige S.O.D.-Hommage namens „I Like Cola“ mit ganz furchtbar eindimensionalen Vocals herunterdreschen.

FAZIT: Besser als das modern angehauchte „The Club“ ist „Breaking The Silence“ allemal, doch um auf der derzeit hoch schwappenden Thrash-Welle weiter vorne mitzusurfen, ist ein weitaus solideres Brett vonnöten. Die musikalische Brutalität und die technischen Fähigkeiten sind bei ASSASSIN vorhanden, doch ein wenig mehr Abwechslung wäre mehr als sinnvoll, ja, überlebenswichtig. Nur Kult alleine reicht nicht.

Punkte: 6/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 01.03.2011

Tracklist

  1. Breaking The Silence
  2. Raise In The Dark
  3. Juda
  4. Turf War
  5. Destroy The State
  6. No Fear
  7. Kill Or Be Killed
  8. Real Friends
  9. Strike Back
  10. I Like Cola

Besetzung

  • Bass

    Joachim Kremer

  • Gesang

    Robert Gonella

  • Gitarre

    Michael Hoffmann, Jürgen "Scholli" Scholz

  • Schlagzeug

    Björn "Burn" Sondermann

Sonstiges

  • Label

    Steamhammer/SPV

  • Spieldauer

    43:10

  • Erscheinungsdatum

    25.02.2011

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