Ob AULETTA kompatibel mit dem Geschmack des Großteils unserer Leserschaft sind, ist eine mit Müßigkeit zu stellende Frage, denn die Antwort ist ein klares Nein. Manchmal ist es schon abenteuerlich, was sich so alles bei uns verirrt. Selbst Pop-Alben, die in den Charts umherklötern, landen da auf dem Tisch. Nun, so lange die Flut des allgemein vor sich hin dudelnden Radioplastikschrotts keine akustischen Wasserschäden bei Musikreviews.de verursacht, soll alles okay sein.
Denn: Schrott ist das, was der Mainzer Fünfer in zwölf Portionen auf die Kompaktscheibe gepackt hat, keineswegs. Geboten wird stattdessen ein variables, clever komponiertes und nicht gerade anspruchsarmes Gemisch aus modernem deutschem poppigem Rock (rockigem Pop? Rop? Pock?), der mit etwas britischem Indie-Spirit verfeinert wird. Vor allem bei den Melodien und Akkorden wagen sich AULETTA gerne auch mal an unkonventionelles Aufeinanderfolgen. Eine große Rolle spielt bei der Band um Sänger Alex der atmosphärische und psychedelische Aspekt – die meisten Songs haben etwas leicht Spaciges, ganz im Gegensatz zum Debütalbum „Pöbelei & Poesie“, das der Band seinerzeit den Ruf der „deutschen FRANZ FERDINAND“ einbrachte.
FAZIT: Persönlich würde ich mir „Make Love Work“ wohl nicht in den Plattenschrank stellen, aber das hat eher mit musikalischen Präferenzen zu tun, nicht etwa mit der Güte der 45 Minuten Musik, die Fans von EMPIRE OF THE SUN, ECHT, SELIG und dem ganzen Drumherum ansprechen wird.
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 28.08.2011
Dan
Alex
Alex, Martin
Chris
Jusch
Virgin/EMI
45:01
12.08.2011