Dass es neben der bekannten polnischen Death Metal-Speerspitze auch noch kräftig im Underground rappelt, bewiesen AZARATH bereits mit ihrem Vorgänger „Praise the Beast“. Wer allerdings dachte, dort gäbe es in puncto Extremität nichts mehr draufzulegen, der hat sich getäuscht, denn „Blasphemers’ Maledictions“ schlägt den Vorgänger noch um so einiges.
Im Gegensatz zu den polnischen Szenegroßvätern BEHEMOTH – Drummer Inferno klopft genau dort auch auf die Grabsteine – legen AZARATH weniger Wert auf Melodie. Das soll nicht heißen, dass es diese nicht gibt, aber die Musik von AZARATH ist einfach straighter, was nicht bedeutet, dass hier eingängige Parts völlig vermisst werden. Man lausche nur mal dem Anfang von „Under The Will Of The Lord“, welches, bevor es wieder ins gnadenlose Getrümmer übergeht, extrem eingängig daherkommt. Ein Grund, warum sich „Blasphemers’ Maledictions“ in den ersten Anläufen ein wenig schwer tut und nicht sofort in die Gehörgänge bohrt. Die rohe Gewalt herrscht hier vor und ein High-Speed-Riff jagt das nächste. Nichtsdestotrotz gibt es genügend Parts, welche sich nach kurzem Anlauf schnell festsetzen.
Mag sein, dass die Polen gerade aufgrund ihrer Kompromisslosigkeit bisher den großen Sprung nicht geschafft haben. Musikalisch jedenfalls gibt es bei diesem Album nichts auszusetzen. Einziges Manko: die Band klingt in ihren seichteren, melodischen Passagen noch zu oft wie der große Bruder BEHEMOTH. Sicher kein Einfluss, für den man sich verstecken muss, aber dennoch so unüberhörbar, dass man die Tatsache nicht bestreiten kann. Die Produktion ist übrigens im Gegensatz zum Vorgänger noch um einiges druckvoller und klarer geworden – ein Punkt, der einerseits das professionelle Level der Veröffentlichung anhebt, auf der anderen Seite allerdings etwas am dreckigen Charakter einbüßen lässt.
FAZIT: Mit dem neuen Album haben AZARATH einen großen Schritt nach vorn gemacht, der sie hoffentlich nach den vielen Jahren ihres Schaffens endlich etwas bekannter macht. Auch wenn „Blasphemers’ Maledictions“ keineswegs ein besonders eigenständiges Album ist, macht hier kein Fan von zackiger Death/Black-Kost etwas falsch.
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 18.09.2011
Piotr Ostrowski
Necrosodom
Bart?omiej Szudek, Necrosodom
Inferno
Witching Hour Productions
45:06
29.06.2011