Den puristisch veranlagten Lesern unseres Magazins wird alleine der Anblick des sehr jungen Septetts gastrointestinale Turbulenzen bescheren: Seltsämliche, merkwürzige, komigliche Frisuren inklusive fieser Scheitel und entsprechend „stylische“ Klamottenwahl, brr. Aber auch die Musik DESIGN THE SKYLINEs entspricht keineswegs dem metallischen Reinheitsgebot.
Von Death Metal über Deathcore, Elektronik, Pop, Computerspielsounds, Grindcore, Emo und Filmmusik bis hin zu Prog verwerten die Texaner einfach mal eben alles, was ihnen vor die Nase springt, und da kann es schon mal passieren, dass IRON MAIDEN, THE DEVIL WEARS PRADA, APOPTYGMA BERZERK, JOE SATRIANI, ISIS, NAPALM DEATH und CARNIFEX innerhalb von drei Songs durch die Mangel, den Fleischwolf, den Mixer, die Geschirrspülmaschine und die chemische Toilette gejagt werden.
Das alles macht die Band eigentlich schon ganz passabel, nur erscheint „Nevaeh“ an vielen Stellen noch etwas zu sehr auf totaaal crazy getrimmt. Auch das Songwriting mag noch nicht so ganz funktionieren, da vieles eher wie eine Aneinanderreihung musikalischer Fragmente wirkt und oftmals gar keinen Zusammenhang zueinander hat. Am wenigsten toll ist jedoch die viel zu synthetische Produktion der halbstündigen Gehirnbuntwäsche, denn die nimmt der Musik einiges an Seele.
FAZIT: DESIGN THE SKYLINE wagen ein mutiges Experiment, mit dem sie zwar am Ziel ankommen, sich allerdings noch einige Blessuren dabei einfangen. Mal schauen, wie die Frühstarter sich in den nächsten Jahren entwickeln, denn fit an den Instrumenten sind die Jungens allemal. Und das "Etwas" haben die Buben jetzt schon.
Punkte: 8/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 02.09.2011
Ethan White
Eric Azure, Daniel Garza
Matt Ryan, Julian Ibanez
James Lemos
John Martian
James Lemos, Matt Ryan (Programming)
Victory Records
30:46
19.08.2011