Stumpf ist Trumpf und weniger ist sowieso mehr. Das gilt für fast alle Releases auf FDA Rekotz, dem Genießerlabel für Death Metal der alten Schule. So auch für "Murderer", das Debüt der dänischen Formation DEUS OTIOSUS. Denn hier gibt es keine Trigger, keine Geschwindigkeitsrekordversuche, keinen Klargesang, kein Elsengeträller, keine Frickeleien, keine Hüpfrhythmen und (so gut wie) keine Keyboards.
Dafür gibt es wunderschöne Uffta-Beats, düster-melodische Riffs der skandinavischen Schule, die auch eine Vorliebe für den Thrash der 80er aufblitzen lassen, ziemlich viele gelungene Soli und finstere Growls. Trotz aller Simplizität des Materials klingen DEUS OTIOSUS aber nicht wie Amateure, sondern verstehen ihr Handwerk verdammt gut. Tempomäßig geht es meist gut zur Sache, wobei man nie in blindwütige Raserei verfällt, sondern stets den typisch todesmetallischen Groove innehat, der gelegentliche Tritt auf die Bremse, um doomige Passagen einzubauen, lockert zusätzlich auf. Im Grunde genommen gibt es auf "Murderer" zwar nichts, was man nicht schon mal aus Nordeuropa gehört hätte, doch DEUS OTIOSUS spielen ihren Stil mit Herzblut und Hingabe. Somit kann man sich hier kurz fassen und als Anspieltipp das edle "Thousand Arms Of The Deaf" hervorheben. Einen kleinen Kritikpunkt gibt es aber noch, denn im ansonsten guten, weil druckvollen und kräftigen Sound wurde die Lautstärke bei den tiefen Frequenzen ein bisschen weit nach oben geschoben, was sich aber nur auf Kopfhörern auswirken dürfte.
FAZIT: Uffta, uffta, uftta!
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 05.05.2011
Jesper Holst
Anders Bo Rasmussen
Peter Engkjær, Henrik Engkjær
Søren Bentsen
FDA Rekotz / Twilight
41:18
13.03.2011