Was nützt die spannendste Story, wenn sie das Beiwerk stereotypen, unterraschenden und unterwältigenden Industrial Rocks ist, der wie aus einem Kosmos-Baukasten nach Anleitung zusammengebastelt erscheint? Was nützt diese Story, wenn schon die Musik nur wie Beiwerk klingt?
Jene Geschichte, laut Bandinfo stark von den Büchern „1984“, „V For Vendetta“, „Dark City“ und „Brazil“ beeinflusst, mag bestimmt packend sein, doch von der bekommt man, wenn man lediglich die nackten MP3-Files als Rezensionsmaterial zur Verfügung gestellt bekommt, so ganz ohne Texte oder eine Art Leitfaden, nicht viel mit, zumal die stark verzerrten Vocals, die obendrein mit einem recht heftigen französischen Akzent belegt sind, akustisch nur schwer verständlich sind.
So bleibt der Fokus in diesem Fall auf die Musik gerichtet, die wie bereits beim Vorgänger „Fragmentation“ leider zum Großteil nach gammeliger Ausschussware von SKREW, MINISTRY, TREPONEM PAL, DIE KRUPPS oder KMFDM müffelt. Ganz ohne individuelle Ansätze wird in sich stark ähnelnden Songs das ständig gleiche Muster heruntergerattert: Abgehackte Allerweltsriffs, einfallsloses Synthesizerschnurren und Preset-Rhythmen, gelegentlich auch mal COURSE OF EMPIRE-artiges, echter tönendes Schlagwerk und Samples werden es schon richten, krächzen wir halt noch etwas dazu. Von wegen.
FAZIT: 46 Minuten und 42 Sekunden vertonte Irrelevanz von einer Band, der Optik und Schauergeschichten wichtiger zu sein scheinen als das Hörbare. 46 Minuten und 42 Minuten, die man sinnvoller hätte verbringen können. 46 Minuten und 42 Sekunden, die man sich als Rezensent mehr als einmal antun muss, um vielleicht doch noch Qualitätsmerkmale zu entdecken. Kapitulation und fünf Zähler sind das Resultat. Und die Löschung von der Festplatte.
Ja, ich möchte den Ordner wirklich löschen.
Klick.
Punkte: 5/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 22.01.2011
ersatz
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Black Rain
46:42
26.11.2010