Bandname und Coverartwork lassen gotisch-metallisches erwarten, damit liegt man aber ziemlich daneben. Das italienische Duo DHYAMARA hat sich ruhiger, atmosphärischer Elektronika verschrieben, die sich zwischen Synthie Pop, Ambient und Ethereal bewegt. "The Last Embrace" ist das erste Album der Band und eignet sich eher zum Entspannen als zum Tanzen.
Plant man also einen Besuch in der Badewanne mitsamt Kerzenlicht und Duftöl, so kann man dieses Album gleich mitnehmen. Glasklare, entrückte und schwebende Sound umgeben den Hörer mit Sanftheit und beruhigender Atmosphäre, nur hin und wieder werden die Songs von kräftigeren Beats angetrieben. Die sind dann leider meist auch im fantasielosen 4/4-Takt gehalten, so dass der Reiz viel stärker von den ganz ruhigen Stücken wie "Witness Of Your Fear", das erst spät mit leichter Rhythmik unterlegt wird und dem mit Pianoklängen begleiteten "The Meaning Of Silence" ausgeht. Von den kräftigeren Stücken überzeugt "Moonlight" am meisten, auch weil hier die Gesangslinien richtig gut gefallen. A propos, Sängerin Ninfa hat eine sehr angenehme, warme und eher tiefe Stimme, die ein bisschen an Erica Dunham bei STRAY, also unverzerrt, erinnert.
Nach den ersten fünf, sechs Songs stellt sich leider eine gewisse Langatmigkeit und Gleichförmigkeit ein, weshalb das Interesse an DHYAMARA proportional zur Spielzeit abnimmt. Erst der abschließende Titeltrack hebt das Niveau mit Ethno-Einflüssen wieder an. Insgesamt wirkt das Songwriting nicht immer fokussiert genug und lässt die Lieder eher wie Klangcollagen wirken.
FAZIT: DHYAMARA haben auf "The Last Embrace" einige gute Ansätze und mindestens vier gute Lieder zu bieten, dürften aber lediglich bei Anhängern des Genres auf größere Gegenliebe stossen.
Punkte: 8/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 03.02.2011
Luka
Ninfa
Luka
caput-medusae-records / Brokensilence
49:12
21.01.2011