Eigentlich war meine Vorfreude auf das neue DIABOLICAL-Werk groß, war der Vorgänger „The Gallery of Bleeding Art“ doch ein ziemlicher Brecher, der aber eine gewisse Zeit brauchte, bis er zündete. Um so größer ist allerdings die Enttäuschung, da sich das aktuelle Werk irgendwie als Mogelpackung entpuppt, von den angeblich 4 neuen Songs ist einer ein Intro, ein zweiter ein ruhiges Zwischenspiel am Rande der Bedeutungslosigkeit und nur „Sightless 6“ und „Eye“ sind wirklich neue komplette Songs, die aber den Weg alten schwedischen Death Metals unbeirrt fortsetzen, erneut allerdings ohne Hitfaktor, sondern mit komplexer Brechstange.
Was dann folgt, sind neun Live-Aufnahmen in guter Qualität. Seien wir ehrlich: Dass die Band nicht spielen kann, hat eh keiner erwartet und die alten Songs in etwas dreckigem Sound erneut zu veröffentlichen, ist eher mittelmäßig notwendig. Das im leider üblichen modernen Live-Sound nervtötend getriggerte Schlagzeug wollen wir hierbei einfach mal außen vor lassen.
Am Schluss gibt es noch die 4 Stücke der remasterten ausverkauften Debüt-EP „Deserts Of Desolation“, die mittlerweile 10 Jahre auf dem Buckel hat und einen deutlichen schwarzmetallischen Unterton im Gesang hat, der mittlerweile aber komplett verschwunden ist.
FAZIT: Wer brauch Live-Platten? Irgendwie lohnt sich diese Zusammenstellung nur für Die-Hard Fans.
Erschienen auf www.musikreviews.de am 18.01.2011
Carl Stjärnlöv
Sverker Widgren
Tobias Jansson, Dan Darforth, Sverker Widgren
Pär Ivy
Vicisolum Productions
69:49
21.01.2011