Nach Kalifornien klingt DAVE OSTIs Bluesrock mitnichten, sondern nach Stadt und Rauch. Während andere gerne Baumwolle pflücken, macht der Bandleader keinen Hehl daraus, dass er vor allem die weißen Vertreter seiner Zunft studiert hat.
„Get Your Gun“ und „Re-Run“ bieten dem Gitarristen mit der rauen Stimme reichlich Raum zum Solieren, während seine Texte vom harten Leben erzählen. OSTIs Rhythmusmannschaft besteht keineswegs aus Grobmotorikern, denn ansonsten wäre eine derart kompakte wie dicht arrangierte Scheibe wie diese unmöglich. Der Quasi-Titeltrack „Dirtshack“ fällt weniger auf als das funkige „She's A Natural“ und die herzliche Ballade „Broken Man“, deren Message man dem Musiker gern abkauft.
In gleicher Weise kündet das fast doomrockende „Blues Don't Lie“ mit Slide-Versatz von einem Überzeugungstäter. „Freedom Fight“ lebt vor allem von Drummer Beifer, der den ausschweifenden Jam zum Schluss hin nicht zerfasern lässt. Umso beschaulicher fällt hinterher das Fast-Instrumental „Ball and Chain“ aus, dessen Gitarrenharmonien verzücken und den Track als Anspieler empfehlen. Der obligatorische Shuffle „Pile Of Gold“ fällt hingegen auch im Vergleich zur abschließenden ALMAN-BROTHERS-Coverversion „Midnight Rider“ ab.
FAZIT: „Burning Down The Dirtshack“ ist ein herbes wie herzergreifendes Album voller nicht ländlicher Blues-Elogen geworden. DIRTY DAVE OSTI hebt sich vom Gros mithilfe einer gebrochenen Stimme und eigenständig verarbeiteten, wenngleich offensichtlichen Einflüssen ab. Empfehlenswerte Scheibe, dies.
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 04.12.2011
Rusty Maverin
Dave Osti
Dave Osti
Chip Beifer
Grooveyard
49:50
02.12.2011