What's in a name? DOOMDOGS gleich Verdammnisköter gleich zähakustischer Ausfluss und räudig obendrein. Man streichelt ihn nicht ungern, bloß ist der Schwanz zu lang und verlottert …
"Eye For An Eye" (als hätte man sich bei Leif Edlings "Wiz" bedient) und "Magic Of The Black Circle" (psychedelischer) schreien geradezu nach "Dactylis Glomerata", einer der besten CANDLEMASS-Platten überhaupt, zumindest für den Rezensenten. In diesem Geiste schwingt auch "Two-Wheel Wonder" die Hufe; überhaupt sind DOOMDOGS im Uptempo am besten, weil sie nicht eben zu den Feinmotorikern auf den Saiten gehören - sprich: Riff, Riff, Riff, was über 70 Minuten zu eintönig ist, auch und gerade weil die big hooks ausbleiben.
"Save Me" bringt dem Doom die Mellotron-Flötentöne bei, und Eriksson stehen die rauen Stimmfarben - auch nachzuhören in "Welcome To The Future" - besser als sein ansonsten relativ konturloses und jeder Stoner-Standardband genügendes Nölen in mittlerer Tonlage. Dass die sehr oberflächliche Coverversion von "A National Acrobat" der am ehesten wiedererkennbare Song ist, spricht für sich; die Wahl zeugt von Geschmack, die Umsetzung von einer zu sehr ihrem Szenesumpf verhafteten Band.
Austauschbares wie "Slight Case Of Madness" und "Mind Slayer" (massiv heavy gleichwohl) steht dem rhythmisch wie stimmungsmäßig abwechslungsreichen Highlight "All Lies" gegenüber. "Metal Mayhem" dient trotz des reißerischen Titels als schmissiger Anspieltipp. Emil Rolof hat durchaus den Bill Ward im Blut, wie er hier und in "The Annie-Christ" (auch mal ein Titel…) beweist, aber "Legacy" wäre gern eine instrumentale early-SABBATH-Ballade, dauert indes viel zu lang trotz ihrer geringen Substanz, womit wir wieder beim Pferdefuß der Platte wären beziehungsweise dem anfänglich erwähnten Schwanz.
FAZIT: Man kriegt, was man bei Band- und Labelname erwartet: DOOMDOGS spielen ereignisarmen und eher rockigen Doom, der Szene-Alleshabenmüssern gefällt. Der nüchterne Betrachter riecht Niedrigprozentiges und schnuppert weiter nach den intensiver knallenden Sachen.
Punkte: 8/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 22.09.2011
Patrik Andersson-Winberg
Tomas "GG" Eriksson
Christer Cunat
Emil Rolof
Doomentia
70:26
02.09.2011