Was soll man über eine solide Thrash-Scheibe schreiben, die im Grunde lediglich Bekanntes und Wiedergekäutes bietet? Richtig, man könnte die Zielgruppe einkreisen, indem man Namen wie TESTAMENT, THE BLACK DAHLIA MURDER, DARKANE und SYLOSIS in den Raum wirft, klappe zu, Affe tot.
Viel Eigenes findet sich auf dem Debüt der Briten in der Tat nicht, doch das, was sie tun, tun sie kompetent: Zackige, präzise Riffs, viel Speed, gezogene Handbremse im richtigen Moment, edle Melodien und hübsche Intros, all das, was eben ein vernünftiges Album dieses Genres ausmacht. Doch neben der Gesichtslosigkeit des Materials sind Aston Reynolds' arg überambitionierte Vocals ein großes Manko, denn diese nagen mit rasiermesserscharfen Zähnen am Nervenkostüm. Ebenso kann einem der enorm synthetische Drumsound mordsmäßig auf die Zwiebel gehen – man fragt sich ernsthaft, wieso Drummer Adam Bowers überhaupt in der Band mitwirkt und die Jungs stattdessen nicht gleich alles programmieren.
FAZIT: „Dreams Of Reality“ ist leider nicht viel mehr als ein weiteres, ganz nettes Album von der Stange. Eine Empfehlung möchte ich demnach bestenfalls den Alles-aus-der-Thrash-Ecke-Habenmüssern aussprechen. Der Rest tut gut damit, sich die Inspiratoren der Band noch mal reinzupfeifen.
Punkte: 8/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 09.02.2011
Nick Johnson
Aston Reynolds
James Murray, Vinnie Woollven
Adam Bowers
Siege Of Amida Records
39:13
07.02.2011