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GrimSkunk: Skunkadelic

Stil: Hardcore / Punk / Alternative / Crossover

Cover: GrimSkunk: Skunkadelic

Die kanadische Band GRIMSKUNK existiert bereits seit 1988 und hat es seitdem auf sieben Studioalben gebracht, von denen das letzte aus dem Jahr 2006 datiert. Statt eines neuen Albums wird nun eine Doppel-CD mit den besten Songs des bisherigen Schaffens veröffentlicht. Die musikalische Einordnung ist etwas schwierig, da GRIMSKUNK stilistisch sehr breit aufgestellt sind. Als erstes kamen mir SCATTERBRAIN in den Sinn, die fast zeitgleich gegründet wurden und ähnlich schrankenfrei vorgingen. Groovig-knackige Songs wie "Silverhead“ oder "Roof Top Killer“ weisen gerade beim Gesang deutliche Parallelen zu der 1995 aufgelösten US-Crossover-Band auf. Eine weitere Facette im GRIMSKUNK-Sound-Universum ist melodischer Hardcore, der mehr als einmal gekonnt den Genre-Vorreitern von BAD RELIGION huldigt, z.B. in "No Sympathy" oder "Gotta Find A Way“. Es geht aber auch Hardcore ohne Zucker, wie in "Power Corrupt“ oder dem an frühe DRI erinnernden "Don´t Hide“. Damit ist das musikalische Angebot dieser Band aber noch lange nicht erschöpft. Reggae- und Ska-Elemente ("Live For Today“, "Check Moi Ben Aller“) ergeben ebenso Sinn wie orientalische Einsprengsel ("Mahmoud´s Dream“, "Circle Square Triangle“) oder Funk à la RED HOT CHILI PEPPERS ("Looking For Gabbio“). Die eher folkloristischen Experimente "¡Ya Basta!” (Flamenco-artiger Langweiler) oder “Perestroika” (mäßig lustiger Humpa-Fun-Song) sind dagegen die Lowlights dieser Best of. Völlig aus dem Rahmen fällt eine Nummer wie "Fires Under The Road“, die gekonnt fast schon radio-taugliche Töne anschlägt.

In Punkto sprachliche Vielseitigkeit geben sich die Ahörner keine Blöße. Neben Englisch singen sie auch Beiträge in Französisch, Spanisch und Russisch. Insgesamt bieten die 24 Songs ein Maximum an Abwechslung und Unterhaltung, auch wenn vielleicht nicht jeder Song ein Treffer ist. In Punkto Sound gibt es nichts zu meckern. Mal abgesehen davon, dass das Ganze trotz der abgedeckten Zeitspanne sehr homogen wirkt, klingen die Songs alle sehr rau und naturbelassen, was sehr gut zur Musik passt.

FAZIT: Als Überblick über das bisherige Schaffen dieser kannadischen Crossover-Veteranen ist "Skunkadelic“ eine durchaus lohnende Anschaffung. Fans der Band brauchen diese Best Of – wie üblich - höchstens zur Komplettierung der Sammlung.

Erschienen auf www.musikreviews.de am 20.05.2011

Tracklist

  1. CD 1:
  2. Silverhead
  3. Don't Hide
  4. Live For Today
  5. Texas Cult Song
  6. No Sympathy
  7. Blown To Pieces
  8. Overture In E Minor
  9. Psychedelic Wonder Drug
  10. Mahmoud's Dream
  11. Looking For Gabbio
  12. Comatose
  13. Check-Moi Ben Aller
  14. CD 2:
  15. Fires Under The Road
  16. Le Gouvernement Songe
  17. Watchful Elms
  18. ¡Ya Basta!
  19. Perestroika
  20. Gotta Find A Way
  21. America Sucks
  22. We Are Lords
  23. Power Corrupts
  24. Gormenghast
  25. Circle Square Triangle
  26. Rooftop Killer

Besetzung

  • Bass

    Lazy Borris

  • Gesang

    Joe Evil, Franz

  • Gitarre

    Peter, Franz

  • Keys

    Joe Evil

  • Schlagzeug

    Ulf

Sonstiges

  • Label

    M.I.G. Music

  • Spieldauer

    107:15

  • Erscheinungsdatum

    29.04.2011

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