Bereits die optische Aufmachung zeigt deutlich, woher der Wind weht: Das GUGUN POWER TRIO hat sich dem psychedelischen Bluesrock der späten Sixities und frühen Seventies verschrieben, der unweigerlich an CREAM erinnert. Dass man auf "Far East Blues Experinece" ausschließlich Eigenkompositionen vorfindet, macht die Chose nicht aufregender, wiewohl wenigstens kurzzeitig hörenswert.
Keine Retro-Kritik ohne Verweise auf JIMI HENDRIX: Bereits "Fallin' Down" an zweiter Stell zitiert den Allgegenwärtigen, wenn auch nicht allzu dreist. Ohnehin gemahnt die Stimme von Namensgeber Gugun an die der Ikone - stets etwas unterbelichtet angesichts der Fokussierung auf die sechs Saiten, jedoch nicht ohne emotionalen Zug. Neben dem erwähnten und vorhersehbaren Fest fürs Auge gibt es auch ein regelmäßiges Wiederhören mit allzu Plattem von "like a rolling stone"-Textfetzen bis hin zu den Songtiteln, welche Wein, Weib und fiese Tölen anklingen lassen.
Dennoch: GUGUN POWER TRIO machen die Stunde fast voll und langweilen zumindest Bluesrock-Hardliner nicht. Als definitive Highlights gehen das stampfende "Who Is To Blame" sowie die langsame Ballade "Holding On" durch, wohingegen man kurz vor Ende mit dem funky "Emptiness" überrascht wird … 'nuff said.
FAZIT: GUGUN POWER TRIO beweist nicht, dass der Bluesrock noch lebt (das wissen wir alle …), dafür aber, dass man nicht ständig auf alten Standards herumreiten muss, um den Stil authentisch zu zelebrieren. Genau darum handelt es sich bei dieser "Experience" auch - eine Jubelfeier statt einer Unterrichtseinheit in Sachen Innovation.
Punkte: 9/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 06.02.2011
Jono
Gugun
Gugun
Bono
Grooveyard/Just For Kicks
57:29
04.02.2011