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MoeTar: From These Small Seeds

Stil: Progressive Rock/Rock/Fusion/Jazz

Cover: MoeTar: From These Small Seeds

MOETAR pusten den Staub vom klassischen Progressive Rock und begeistern mit ihrer druckvollen Kreativ-Musik den altgedienten Rock-Recken und den experimentierfreudigen Zappa-Fan gleichermaßen. Die fünf Damen und Herren aus dem Amiland, die passenderweise jüngst für das SLEEPYTIME GORILLA MUSEUM die Bühne eröffnen durften, gehen mit einer Spielfreude zu Werke, wie z.B. auch MAJOR PARKINSON, die ebenso das Außergewöhnliche mit dem Eingängigen zu verquicken wissen. MOETAR gehen zwar komplexer zu Werke als die Norweger, verbinden mit diesen aber das Quäntchen Wahnsinn, das wie eine Prise Chili den letzten Kick beim Verzehr beschert.

Frontdame Moorea Dickason beherrscht ein breit gefächertes Spektrum: Mit dreckiger Rockröhre und kapriziös-kieksigem Alice-im-Wunderland-Wahnsinn hüpft, springt und „saltomortaliert“ sich die Frau am Mikrofon von der Zirkusarena in die schwarze Rock-Erde und wieder zurück. Die Stimme flirtet unisono mit dem Instrumenten, die Tänzer im Notenwunderland entfernen sich voneinander, mit einem rhythmischen Trick lösen sich die Verschränkungen ihrer Hände und alle Parteien trudeln in den freien Raum, gegenläufig und übereinander und untereinander und während die Gitarre heldenhaft soliert und der Bass wie ein Schwarm kopulierender Kolibris imaginäre Wollknäule ver- und wieder entwirrt, ergibt sich im Großen und Ganzen eine vollendete Choreographie, die gar nicht schwer bekömmlich ist, sondern aufgrund ihrer Verspieltheit und Melodiesicherheit schnell ins Emotionszentrum vordringt. Gerade, wenn der musikalische Wahnsinn an den Nerven zu zerren beginnt, wird die Bremse bis zum Anschlag durchgetreten und soulig-sanfte Töne verarzten gerissene Wunden mit findiger Hand.

FAZIT: Mitreißend und komplex, wahnsinnig und gefühlvoll schraubt sich dieses Quintett orgiastisch durch Rock, Jazz und Prog in allen Farben und Schattierungen. Von LED ZEPPELIN über MAJOR PARKINSON, ZAPPA und SLEEPYTIME GORILLA MUSEUM wird alles und noch viel mehr bedient, so dass für den Freund der Abwechslung ein großartiges Buffet aufgetischt wird, das gar nicht zu schnell satt macht. Zugreifen und vor allem Nachschlag sei hier angesagt!

Punkte: 12/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 09.07.2011

Tracklist

  1. Dichotomy
  2. Infinitesimal Sky
  3. Butchers Of Baghdad
  4. Random Tandem
  5. Ist Or An Ism
  6. Morning Person
  7. New World Chaos
  8. Screed
  9. Never Home
  10. From These Small Seeds
  11. Friction

Besetzung

  • Bass

    Tarik Ragab

  • Gesang

    Moorea Dickason

  • Gitarre

    Matthew Heulitt

  • Keys

    Matt Lebofsky

  • Schlagzeug

    David M. Flores

Sonstiges

  • Label

    Just For Kicks

  • Spieldauer

    47:02

  • Erscheinungsdatum

    20.05.2011

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