Zurück

Reviews

Mojobone: Crossing Message & Tales From the Bone

Stil: Hardrock

Cover: Mojobone: Crossing Message & Tales From the Bone

1999 beziehungsweise 2001 wurden diese beiden Scheiben ursprünglich veröffentlicht, und Hippodome legen sie nun als Doppel-CD neu auf. MOJOBONEs bekanntestes Mitglied dürfte DEATHORGAN- und OPETH-Organist Per Wiberg sein, der vor allem durch SPIRITUAL BEGGARS bekannt wurde. Mit diesen lassen die Bluesrocker sich durchaus vergleichen. Kaufanreiz dürfte weniger dies schlickte Pappstecktasche als das Aufgebot satter elf Bonustracks sein.

Das Metier von MOJOBONE ist eindeutig die Stoner- bis Classic-Hardrock-Schule, wobei Wiberg neben Tasten und Vocals weitaus weniger schillernd orgelt als bei seinen anderen Bands, besonders den BEGGARS. "Brother" ist dahingehend ein erstes Highlight einer zur Zeit der Veröffentlichung noch relativ gleichförmigen Kiste - vor allem, was "Crossing Message" betrifft. Die Band ist heuer in ihrer Entwicklung fortgeschritten und schreibt mehr markige Tracks vom Kaliber "Walking Level". Man gemahnt an den härteren GLENN HUGHES, während das psychedelische "Dig Your Own Groove" weiter in die gehuldigte Vergangenheit zurückreicht. "Heartfake" treibt, "Crossroad Message" bluest bleischwer, und "Cash Machine" dient sich dem Funk herrlich schmatzend an. Melancholie ist machbar, allerdings immer mit brennendem Zunder im Wanst, der weniger für Magenschmerzen als nach Befeuchtung lechzende Kehlen sorgt. Breitbeinige Klischees? Nein, Die brillant wie Zweckmäßig aufspielende Truppe schürft tiefer, wenn sie den Doom preist und mit "Sure!" einen coolen Schleicher hintanstellt.

Für die Verlängerung mischen sich diverse Alternativversionen ins riffende Getümmel, die überhaupt nicht auf- beziehungsweise abfallen, sich also bestens in den Kontext einfügen. Der relativen Gleichförmigkeit ist dank bemühter Texte Einhalt geboten - nicht zuletzt dank des beflissen kompilierten und lesewürdigen Booklets. Das zähe, und weiter ausgreifende "Southpaw" mit Klapperschlangen-Feeling lohnt auch ohne Mitlesen, und von den Demosongs ragen speziell das powernde "Different" sowie das spacige "Decades Never Meet" heraus. Diese Vorabfassungen klingen roher, wenn auch keinesfalls unterbelichtet - eine generelle Schlussfolgerung eigentlich, mit der sich MOJOBONE trefflich umschreiben lassen.

FAZIT: Die aktuelle MOJOBONE mag kompositorisch mit mehr Bedacht ersonnen worden sein, doch hier trumpfen Wiberg und Schergen unbekümmert mit gepfeffertem Hardrock auf, der mehr als nur Schwedenstandards bemüht, also für echte Nachhaltigkeit sorgen kann, so man sich auf das Oeuvre des umtriebigen Per versteht. Die Beggars schwächeln seit längerer Zeit; hier vergnügt man sich zwar unter Verzicht auf Mike Amotts solistische Zitatfreude, aber in kaum geringerem Maße - auch mit Hinblick auf die Spielzeit.

Punkte: 11/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 06.04.2011

Tracklist

  1. Different
  2. Walking Level
  3. Brother
  4. Dig Your Own Groove
  5. Heartfake
  6. Closer
  7. Crossroad Message
  8. Wasting Answers
  9. Upside Down
  10. Cash Machine
  11. Power
  12. For The Weak (Bonus Track)
  13. Walking Level
  14. Sure!
  15. Power
  16. Brother
  17. Can't Hurt Me
  18. Southpaw
  19. Dig Your Own Groove (Demo) (Bonus Track)
  20. Different (Demo) (Bonus Track)
  21. Closer (Demo) (Bonus Track)
  22. Burned Out (Demo) (Bonus Track)
  23. Knowledge Is Power (Demo) (Bonus Track)
  24. Can't Hurt Me (Demo) (Bonus Track)
  25. A Friend (Demo) (Bonus Track)
  26. Wasting Answers (Demo) (Bonus Track)
  27. Walking Level (Demo) (Bonus Track)
  28. Decades Never Meet (Demo) (Bonus Track)

Besetzung

  • Bass

    Markus Aldén

  • Gesang

    Per Wiberg

  • Gitarre

    Per Mårtensson, Per Wiberg

  • Keys

    Per Wiberg

  • Schlagzeug

    Eiron Johansson

Sonstiges

  • Label

    Hippodrome

  • Spieldauer

    144:31

  • Erscheinungsdatum

    01.04.2011

© Musikreviews.de