THISQIETARMY ist Eric Quach. Kanadischer Musiker, bildender Künstler, bzw. „Visual Artist“. „Resurgence“ hat der Multiinstrumentalist – über vier Jahre – fast im Alleingang eingespielt. Meryem Yildiz darf beide „Gone To The Unseen“-Variationen mit geisterhaftem, hintergründigem Gesang bereichern, Zena Virani erzählt ein bisschen zu „Cold Vacancy“ und Émilie Livernois-Desroches spielt Violine zur Ballade einer Schäferin („Ballad Of A Shepherdess“). Und lässt Erinnerungen an frühe NICO-Aufnahmen mit ihrem Produzenten JOHN CALE an der Viola (allerdings ohne Gesang) wach werden.
Was im grandiosen Opener „Rebirth“ beginnt wie ein Gipfeltreffen zwischen KLAUS SCHULZE und HAWKWIND, wird zu einer abenteuerlichen und weitgehend instrumentalen Reise in eine ganz eigene musikalische Welt, voller Drones, düsteren, elektronischen Ambient-Sounds, melancholisch flirrenden Shoegaze-Gitarren, über krautrockige Eskapaden, die auch CAN Freude bereiten würden bis zum hypnotischen Repetieren gleicher Muster, die sich erst allmählich in etwas neues, bedrohliches und schließlich sacht Veränderndes auflösen: „The Cold Vacancy“, ein Stück, das seinem Titel alle Ehre macht.
„Resurgence“ ist ein gut hundertminütiger abenteuerlicher Trip in einen hypnotisierenden Wachtraum; Edgar Allan Poes „A Dream Within A Dream“ als ganz eigene, musikalische Variante progressiven Rocks. Hier können die Toten wirklich tanzen und ARCHIVE in Trance versetzen.
FAZIT: Sorry, aber der Vergleich muss einfach sein: BOHREN & DER CLUB OF GORE spielen ein progressives Trance-Techno-Album ein. Tanzbar, träum Bär (sagt die Word-Rechtschreibprüfung); ein musikalisches Monument zwischen Stillstand, in sich gekehrt sein, in Strudeln treibend und dem Drang auszubrechen. THISQUIETARMY. Ein Mann, ein Wort. Merken!
Erschienen auf www.musikreviews.de am 23.11.2011
Meryem Yildiz (9, 13), Zena Virani (15)
Eric Quach, Émilie Livernois-Desroches (14)
Denovali Records
59:49/47:31
25.11.2011