„The Wretch“ ist bereits das fünfte Studioalbum der Doomer aus Indianapolis, für das mit Clyde Paradis (Ex- SOUVERAIN) ein neuer Drumer seinen Hocker eingenommen hat.
Stilistisch bewegen sich THE GATES OF SLUMBER wieder in Richtung der ersten beiden Alben. Die melodischen Einflüsse aus dem traditionellen Metal-Bereich, die auf „Conqueror“ (2008) und „Hymns Of Blood and Thunder“ (2009) noch sehr präsent waren, sind vollständig verschwunden und es dominiert wieder ursprünglicher, zähflüssiger, tonnenschwerer und knarziger Doom-Metal im Fahrwasser von ST.VITUS und alten BLACK SABBATH. Das soll nicht bedeuten, dass es „The Wretch“ an Abwechslung mangelt. Neben überlangen Lava-Songs wie „Bastards Born“, dem Titelstück oder dem abschließenden „Iron Fire“, geht es auch schon mal etwas kompakter und verhältnismäßig flott zur Sache („To The Rack With Them“, „Coven Of Cain“), während bei „The Scovrge Of Drvnkenness“ oder „Castle Of The Devil“ der Pathos zu seinem Recht kommt. Diese beiden Beiträge gefallen mir diesmal am besten, da sie vergleichsweise gut im Ohr bleiben. Und da wären wir auch schon beim Knackpunkt von „The Wretch“: Während das Album läuft, fühlt man sich sehr gepflegt unterhalten, kann sich aber im Anschluss nur an wenige Songs erinnern. Die melodischen Widerhaken der beiden Vorgänger sorgten für deutlich mehr Spannung und Wiedererkennungswert. Catchy Melodien wie in „Iceworm“ oder „Children of Satan“ mögen zwar nicht ganz der reinen Doom-Lehre entsprechen, fehlen aber dem aktuellen Album als Kontrastpunkte zum Standardprogramm. Das wird aber immerhin in gewohnter Qualität abgeliefert.
Soundtechnisch wurde „The Wretch“ sehr zweckdienlich in Szene gesetzt und auch das Coverartwork ist äußerst passend ausgefallen.
FAZIT: THE GATES OF SLUMBER orientieren sich wieder in Richtung ihres ursprünglichen, spartanischen Doom-Sounds und verzichten auf die melodische Elemente der Alben drei und vier. Das mag die Fans der ersten Stunde und Puristen erfreuen, kostet die Band aber ihre zwischenzeitlichen Alleinstellungsmerkmale. Kann man kaufen, muss man aber nicht.
Punkte: 8/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 31.08.2011
Jason McCash
Karl Simon
Karl Simon
J. Clyde Paradis
Rise above records
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01.04.2011