Mit Studioalbum numero acht gehen die kanadischen Celtic Punks ins einundzwanzigste Bandjahr, und um gleich mal mit der Tür ins Haus zu fallen: Man merkt es. Das gemischte Quintett um den in Dublin/Irland geborenen Frontmann Finny McConnell tönt erfahren und beherrscht sein von den POGUES, THE CLASH, HÜSKER DÜ und THE WATERBOYS inspiriertes Handwerk perfekt, und genau da liegt der Hund begraben, denn auf „The Black Irish“ hat sich etwas zu viel Routine eingeschlichen. In einer Livesituation mag das anders sein, doch auf Konserve wirkt der Longplayer fast schon ein wenig wie auf Autopilot gezockt.
Aktuelle Bands wie die Landsmänner THE DREADNOUGHTS oder die Ungarn PADDY AND THE RATS haben da deutlich mehr Pfeffer im Arsch, und dass es die MAHONES eigentlich mit genau so viel Esprit auf die Reihe bekommen können, zeigen sie mit „The Wild Rover“ (klingt fast wie die irische Version von KLAUS & KLAUS' „An der Nordseeküste“, haha!), „A Pain From Yesterday“ oder dem schön ruhigen „The Shamrock Shore“, aber dieses Level wird nur selten gehalten.
FAZIT: Dieses Album liegt qualitativ auf jeden Fall noch im oberen Qualitätsdrittel, aber der Fünfer sollte trotzdem mal etwas mehr aus sich herausgehen. Gerade wenn man bereits zwei Jahrzehnte lang im Geschäft ist, sollte man den Hörern den Spaß am Musizieren auch deutlich machen. Ich möchte den MAHONES ihre Motivation beileibe nicht absprechen, aber bei mir kommt die Scheibe etwas, hm, arg locker runtergezockt an.
Punkte: 8/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 05.02.2011
Sean „Riot“ Ryan
Finny McConnell (Lead), Rest der Band (Backings)
Finny McConnell
Dom „The Bomb“ Whelan
Finny McConnell (Mandoline), Katie McConnell (Akkordeon), Sean Winter (Banjo, Harmonika)
Whiskey Devil Music/True North
48:09
11.01.2011