Auch auf ihrem dritten Album und mit frischem Blut am Schlagzeug sind THE MUGGS weiterhin stärker dem Classic Rock verbunden, als dem Blues verpflichtet. Dass letzterer Begriff in diesem Review noch mehrmals vorkommen wird, dürfte jedem, der die Band kennt, trotzdem völlig klar sein. Und wenn das Detroit-Trio selbst diese Musikform gleich in mehreren ihrer Songtitel unterbringt ("Clean Break Blues", "Losing End Blues", "Kitchen Sink Blues"), dann darf man dies sowieso getrost glauben.
"Born Ugly" ist aber erst mal eine sehr trockene und reine Rock-Nummer zum Einstieg. Der Titelsong basiert durchgehend auf einem Riff und erweist sich dabei als ziemlich gedankenschwer. "Blood Meridian" hat schon etwas mehr Saft und auch die erste ausführliche Instrumentalstafette zu bieten, während der hoch-heisere Gesang von Danny Methric hier, aber auch bei Songs wie dem wieder recht behäbigen "Home Free" oder "Kitchen Sink Blues" eine sleazige Note mit einbringt. So richtig bluesig, wenn auch immer noch sehr verhalten, wird es eigentlich erst mit "Clean Break Blues" mit seiner coolen Slide-Gitarre. Die bleibt auch bei der knackigen 2-Minuten-Nummer "Notes From Underground" erhalten, bei der es gerade rechtzeitig und bevor es zu dröge wird auch mal rasanter und grooviger abgeht. Der Übergang in das wieder schwerer riffende "Dear Theo" ist jedoch fließend und bringt zurück auf die nachdenkliche Spur.
Wenn auch nicht mehr ganz so dominant ausgefallen, bleibt der Einfluss von LED ZEPPELIN auf THE MUGGS weiterhin unverkennbar und ebenso finden sich auch die anderen Inspirationsquellen erneut in den 13 Kompositionen wieder, wie die texanischen Langbärte in ihren frühen Tagen ("Losing End Blues") oder FLEETWOOD MAC speziell bei den ruhigen Songs mit psychedelischem Unterton wie "6 To Midnite" oder "World Around". Letztere Nummer ist leider ziemlich verschnarcht und auch Tracks wie "Sturm und Drang" und "Hats Off To Mr. Beardsley" ziehen sich ganz schön. "Kitchen Sink Blues" reißt das Ruder aber wieder rum, und die Gitarren bei "Last Words" sind nach verhaltenem Beginn auch noch 'ne ziemliche Geilerei - derart man sich noch einige mehr gewünscht hätte.
FAZIT: Retro ohne Ende. Ihre Mischung aus Classic- und Blues-Rock bringen THE MUGGS auch diesmal wieder authentisch und glaubwürdig rüber, sie gehen dabei aber gedrosselter, irgendwie auch gehemmter zu Werke als zuletzt. Ab und zu mehr Wind unter den Schlaghosen wäre schon nicht schlecht gewesen.
Punkte: 8/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 01.06.2011
Tony DeNardo
Danny Methric
Danny Methric
Todd Glass
Eigenproduktion/Just For Kicks
49:08
29.04.2011