Sanguinity. Englisch für Optimismus. In der Schule dürfte der ein oder andere die Temperamentenlehre der Hippokratiker als Thema durchgenommen haben, und neben dem Phlegmatiker, dem Choleriker und dem Melancholiker gibt es bekanntlich noch den Sanguiniker, der als lebhaft, optimistisch, leichtsinnig, frohsinnig und auch sehr gesellig gilt, gleichermaßen aber auch sprunghaft und zu Exzessivität neigend.
Der Titel des fünften Outputs beziehungsweise des dritten Albums der Nordlichter kommt demnach nicht von ungefähr, denn der poppige Punk Rock der Dreiakkordgesellschaft ist bis in die letzten Ecken und Winkel lebensbejahend. Damit schlagen die Jungs ganz klar in die US-Punkrock-Kerbe, und im Kopfkino flitzen lauter Teenager mit „Ich habe rückwärts im Cabrio gesessen“-Frisuren auf Skateboards die Bordsteine, Treppengeländer und Halfpipes entlang.
„Sanguinity“ besticht durch hörbaren Enthusiasmus, aber es darf bei all der Perfektion in Sachen Songwriting, Sound und Spielfreude bezweifelt werden, dass sich THREE CHORD SOCIETY damit mehr als einen Platz im mittleren nationalen Erfolgsfeld erspielen werden, denn da draußen gibt es verdammt viele gute melodische Punk Rock-Bands, die ihr Ding mindestens genau so gut darbieten.
FAZIT: Im Grunde liefern THREE CHORD SOCIETY ein richtig geiles Album für die Zielgruppe ab, doch dieses wird lediglich eines unter vielen sein, das Gefahr laufen könnte, zu schnell in Vergessenheit zu geraten. Wäre schade, ist aber zu befürchten.
Punkte: 9/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 12.02.2011
Jan Reimers
Ben Braun
Nils Müller, Manuel Endtricht
Felix Henker
141 Records
46:49
28.01.2011