Das zweite Album dieser Band um den MY DARKEST HATE-Fronter Claudio A. Enzler ist eine überwiegend zähe Geschichte. Der Großteil der Songs schleppt sich tempomäßig knapp oberhalb der Doom-Grenze dahin und klingt öfter mal wie AMON AMARTH ohne Pathos und massenkompatible Melodien. Bei einigen Songs gesellt sich noch eine deutliche Portion zumindest gut zum Cover-Artwork passender Gothic Metal im Stile früher PARADISE LOST dazu („The Breed Of Tragedies And Fears“, „Autumn Souls“) und ab und an erinnert das Gaze auch mal an schwedischen Melodic Death („The Inner Aspect“). Aber egal welche der verschiedenen Soundfacetten gerade im Vordergrund steht, es wird fast durchgehend tiefstgegrowlt (bis auf das größtenteils clean intonierte „In Endless Dreams Everything Dies“). Das tut der Abwechslung eben so wenig gut, wie das insgesamt überschaubare Songwriting-Niveau. Es ist kaum mal ein Riff oder eine Melodie an Bord, das bzw. die wirklich aufhorchen lässt. Am besten im Ohr bleibt das melancholische und mit dezenten Keyboard-Klängen sowie einem hübschen Refrain angereicherte „The Fallen One“, eindeutig das Highlight des Albums. Spieltechnisch und in Puncto Sound gibt es hingegen nichts zu mäkeln.
FAZIT: „Autumn Souls” ist ein mäßig unterhaltsames bis solides melodisches Death-Metal-Album mit Gothic-Schlagseite, dem es an Abwechslung, Härte und songwriterischer Klasse mangelt. Wer sich stilistisch angesprochen fühlt, kann aber gefahrlos ein Ohr riskieren.
Punkte: 6/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 14.07.2011
Patrick Uhlmann
Claudio A. Enzler
Robert Krizek, Wolfgang Nillies
Janne-Jussi Kontoniemi
Whirlwind Records
49:34
17.06.2011