Es ist immer wieder erstaunlich, welche musikalisch hervorragenden Newcomer der Thrash Metal hervorbringt. Auch bei TITANS EVE kann man sich nur verwundert die Augen reiben, wie selbstsicher die Jungspunde durch die elf Tracks ihres Debütalbum schreddern.
Die Kanadier machen auf „The Divine Equal“ eine ganze Menge richtig: Kraftvolle Drums, Gitarrenriffs mit der Präzision eines High-Tech-Lasers, abwechslungsreiche Songs mit griffigen Melodien, und als Krönung ein Sänger, der auch diese Bezeichnung verdient. Brian Gamblin, der Mann am Mikro, kann nämlich wirklich singen: kraftvoll, voluminös. Natürlich nicht mit einem Power-Metal-Vibrato der Marke „weichgekochte Eier“, sondern tief, grollend, aber jeden Ton treffend. Prima.
Als grobe Orientierung in Sachen Sound mögen Trivium gelten, die mit ihrer modernen, aber dennoch authentischen Interpretation des Thrash Metals durchaus die Vorbilder der Newcomer aus Vancouver sein könnten.
Ebenso erstaunlich wie die musikalische Qualität ist die Bereitschaft, etwas für den Erfolg zu tun: In ihrem Band-Van reisen die Vier regelmäßig quer durch Kanada, um sich mit energischen Live-Shows neue Fans zu erspielen. Angesichts der Songs, die das Quartett im Gepäck hat, dürfte das ein leichtes Unterfangen sein.
FAZIT: Bitte nicht von dem unsagbaren Cover abschrecken lassen, was eher die Vermutung nahe legen würde, bei „The Divine Equal“ handele es sich um die erste Demo-CD einer viertklassigen Progrockband aus der Lüneburger Heide. Nein, wer auf modern interpretierten – und das bitte nicht im negativen Sinne werten! – Thrash Metal steht, der wird hier fündig.
Punkte: 9/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 21.05.2011
Jesse Hord
Brian Gamblin
Kyle Gamblin, Brian Gamblin
Casey Ory
Eigenproduktion
38:10
01.02.2011