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Tobias Hoffmann: Hunger

Stil: Spoken Word

Cover: Tobias Hoffmann: Hunger

Geil. Gedankenströme. Akustikklänge, Soundschwaden, Uhhh … Atemgeräusche. Hörbarer Speichelfluss. Radiostimme. Englischsprachige Liedfragmente. Unterwasserschlagzeug. Der Wunsch nach "Normalität". Pianotupfer. Amoklauf …

"Dope & Wine", ein richtig tieftrauriges Singer-Songwriter-Stück. Dann die Einsamkeit im Intimen. Der Alleingelassene inmitten der Familie. Plötzlich Verzerrtes, Klingklang. Adolf betrügt Eva mit Anne Frank? Das Politische sickert durch ins Zwischenmenschliche. "Zerbrochene Beziehungen". "Schwarz-rot-glühend", unsere Befindlichkeit. Niemals störend, stets bereichernd, die sensiblen Hintergrundklänge auf "Hunger". "Klopfen auf Schultern", Klopfen auf Tonerzeuger zur Steigerung der Eindringlichkeit.

"Sleep", ein weiteres richtig tieftrauriges Singer-Songwriter-Stück. Psychopathen brechen in den normalen Alltag ein. "Es fängt an" und hört nicht mehr auf, wenn es einmal im Player rotiert. Endzeitstimmung nicht ohne Hoffnung. "Paraoke": Die Texte stehen für sich, also füllt sie selbst mit musikalischen Inhalten in einer Zeit, da viel gespielt und doch so wenig mit Tönen ausgesagt wird.

FAZIT: Ich habe wirklich die Zeit beim Hören vergessen. Guter Mann und IRA-Sänger, komm bitte wieder auf Tournee, weil man dich zumindest hier unten noch nicht auf dem Schirm hat. "Am Anfang war das Wort, und nicht das Geschwätz." Riesending, das …

Punkte: 12/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 14.04.2011

Tracklist

  1. Ein Anfang
  2. Telefon
  3. Mia
  4. Dope & Wine
  5. Stücke
  6. Geschichte wird gemacht
  7. Ich werfe keine Steine
  8. Mehr Wasser
  9. Lied
  10. Sleep
  11. Ich wache auf und wundere mich
  12. Hunger

Besetzung

Sonstiges

  • Label

    Golden Antenna / Sprechstation Verlag

  • Spieldauer

    52:59

  • Erscheinungsdatum

    15.04.2011

© Musikreviews.de