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Toehider: To Hide Her

Stil: Progressive/Rock/Metal

Cover: Toehider: To Hide Her

TOEHIDER sind dem aufmerksamen Leser sicherlich schon durch das ungewöhnliche Konzept aufgefallen, ein Jahr lang jeden Monat eine EP heraus zu bringen und das Ergebnis schließlich verteilt auf zwei Doppel-CDs feilzubieten (Reviews dazu sind weiter unten verlinkt). Die Australier um Kreativ-Genie Mike Mills wechselten Musikstile schneller als andere Menschen ihre Unterwäsche: Bombast-Rock, Power Metal, Prog, Ambient und Comedy-Einlagen erzeugten ein stroboskopisches Farbspektakel, das formvollendet dargeboten und von kraftvoll-melodischem Gesang getragen Unterhaltung in bestem Sinne war. Natürlich fehlte stets die Geschlossenheit eines Albums. „The First Six“ und „The Last Six“ waren eine Collage kunterbunter, handgemachter Rock-Musik mit Anspruch.

„To Hide Her“ ist also das erste Album das Quartetts aus Down-Under. Sieht man vom kleinen Wortspiel des Titels ab, haben TOEHIDER ihre humorige Bekloppten-Masche weitestgehend abgelegt. Wer die EP-Kollektionen kennt, bekommt leider nur Altbekanntes komprimiert auf eine großzügige Dreiviertelstunde dargeboten - das aber wieder einmal auf höchstem Niveau. Auch auf die Gefahr hin, sich zu wiederholen: QUEEN sind immer noch eine wichtige Inspirationsquelle für Mills & Co. Dazu wird neo-proggig geschwelgt und auch mal SPOCK’S BEARD-mäßig gefrickelt. Das Hauptaugenmerk legen TOEHIDER aber nicht auf wilde Instrumentalexzesse, sondern auf höchst eingängige, aufwändig arrangierte Rock-Songs, die mit teilweise unverschämt leichtfüßigem Pop-Appeal den Normalo-Rocker und den Progfan auf einen gemeinsamen Nenner bringen. „To Hide Her“ klingt wie ein Best-Of der EPs, das um die allzu experimentellen Stellen erleichtert wurden. Ein wenig Ideen-Recycling hat die Band übrigens betrieben: Die (großartige) Singer-Songwriter-Ballade „In This Time“, die Pfeifpassagen bei „Fireside“ und das Ambientgewaber von „Weren't They Just Playing Out Near The Swings?“ erinnert stark an einiges Material von den First-Six- und den Last-Six-EPs.

FAZIT: Trotz wirklich toller Bombast-Rock-Songs mit eingängigen Prog-Prisen und entspannter Ohrwurmschönheit lassen TOEHIDER den Rezensenten mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurück. Der erhoffte Kreativ-Paukenschlag, der die musikalische Experimentierwut von TOEHIDER auf Albumlänge nicht nur kanalisiert, sondern zu höheren Weihen trägt, ist leider ausgeblieben. Es bleibt am Ende also „nur“ ein abwechslungsreich komponiertes, eingängiges Rock-Album für den anspruchsvolleren Hörer mit (neo)progressiver Ausrichtung, der allzu gewagten Experimenten eher skeptisch gegenüber steht.

Punkte: 11/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 12.11.2011

Tracklist

  1. Oh My God He's An Idiot!
  2. The Most Popular Girl In School
  3. Daddy Issues
  4. In This Time
  5. To Hide Her
  6. There's A Ghost In The Lake
  7. Giants Who Walk With Man
  8. Fireside
  9. Everybody Knows Amy
  10. Weren't They Just Playing Out Near The Swings?

Besetzung

  • Bass

    Amy Cambell

  • Gesang

    Mike Mills, Amy Cambell, Lachlan Barclay

  • Gitarre

    Mike Mills, Lachlan Barclay

  • Schlagzeug

    Ricky Evensand

Sonstiges

  • Label

    Bird's Robe Records/Just For Kicks

  • Spieldauer

    45:27

  • Erscheinungsdatum

    04.11.2011

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