Bei Jam-freudigen Bluesern fällt viel ab, und auch TONY SPINNER packt nun seine Leichen aus. Vor allem das Hendrix-Doppel, ein Bolin-Signature-Track sowie Zeug aus dem Clapton-Nimbus weisen den Weg.
Die Soundqualität schwankt kaum, ist aber in jedem Fall nicht von der gleichen Güte wie SPINNERs aktuelle Vollwertkost im Albumformat. Den James-Bracken-Standard „Steppin' Out“ haben auch CREAM schon verzapft, weshalb die eigentlichen Hinhörer – alles Eigenkompositionen – in der zweiten Hälfte dieser Kompilierung liegen. „The Younger I Get“ entsteigt den Sümpfen des Delta, „Give & Take“ ist ein Leichtfüßler mit minimaler Zerre, und „Mr. Mouse“ ein fiebriges Instrumental, das SPINNERs spielerische Klasse hervorkehrt und seine Begleiter ebenfalls adelt. „Love or Money“ stellt einen Slow Blues mit lyrischem Zubrot dar, „Times R Tuff“ einen untrüglichen Shuffle mit Durchhalteparole. Zum Schluss nach Robin Trowers „Daydream“ lässt „Groovepotamus“ über acht Minuten lang die improvisatorischen Zügel schießen – nett aber nicht essenziell, zumal mit unangenehmem Drum-Sound versehen.
FAZIT: „Rare Tracks“ ist ausdrücklich für Fans gedacht; wer TONY SPINNER auf der Höhe hören möchte, greift zu seinen Studioalben oder gibt ihn sich wie alle guten Blueser live und in Farbe.
Erschienen auf www.musikreviews.de am 02.12.2011
Michel Mulder
Tony Spinner
Tony Spinner
Alex Steier, Kim Edens
Grooveyard
60:11
02.12.2011