Der ominöse QW ist ein buntes Tierchen, das sich nicht erst seit gestern in der belgischen Szene tummelt. Zwischen Grind und Doom (LENG TCH'E beziehungsweise SERPENT CULT) ist noch Platz für fiesesten, zähsten Sludge mit hässlichem Gesang und nicht minder unhübschem musikalischem Unterbau.
Ja, ALKERDEEL spielen klanglich am Black Metal gebürsteten Lava-Rock. Der Sound ist verhallt ("only live is real" nennt man das auf der angenehm griffigen Pappverpackung der Scheibe), die Riffs verleiten zumeist eher zum Achselzucken, als dass ein Wiedererkennungswert bestünde, und so ist es einmal mehr QW, der mit seinem recht ausdrucksvollen Bassspiel hervorsticht. Pede kotzt gallig, Nieke schleppt sich minimalistisch durch die bandwurmartigen Stücke am Anfang und Ende der Scheibe.
Dazwischen stehen das Geknüppel von "Horsesaw", das Freunde alter DARKTHRONE begeistern dürfte, sowie der Anspieltipp "Hessepikn" mit wenig abgründigem Sprechgesang und umso mehr Endzeit-Atmosphäre. "Du Levande" breitet am Ende auf 20 Minuten aus, wofür ALKERDEEL im Kern stehen: Extreme in klanglicher Hinsicht, aber auch mit Bezug auf Tempo (forsch, langsam) und Arrangements zwischen Minimalismus und Chaos.
FAZIT: "Morinde" ist Liebhabermusik für die kleinste Nische zwischen ELECTRIC WIZARD, Ekel-Drone, EYEHATEGOD und Frühneunziger-Norwegen, abstoßender Stoff für Schöngeister.
Punkte: 9/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 27.01.2012
QW
Pede
Pui
Nieke
ConSouling Sounds / Shellshock
41:50
27.01.2012