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All That Remains: A War You Cannot Win

Stil: Metalcore

Cover: All That Remains: A War You Cannot Win

Ach, Kinder, ist das schön, sich mit fast 41 Jahren noch einmal fühlen zu können wie 17. Wenn man „A War You Cannot Win“, das sechste Album der Metalcoreler ALL THAT REMAINS im CD-Player rotieren hört, kommt man sich vor, als stünde man noch einmal kurz vorm Abitur, würde sich einmal am Wochenende die Kante geben, Mutti und Vati mit extrem aufgerissener Stereoanlage die letzten Nerven rauben und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen.

Das Quintett aus Massachusetts geht wieder eine Spur zackiger und heftiger als zuletzt zu Werke, liefert aber letztenendes nichts, was es im Bereich des immer mehr abflauenden Metalcores noch nicht gegeben hat. Die peitschenden Prügelparts mit eingegrunzten Vocals knallen ordentlich, die IRON-MAIDEN-kompatiblen Twin-Guitars sind wohlüberlegt eingestreut, die teilweise poppigen Arrangements mit mehrstimmigen Vocals sind zuckersüß und brennen sich schnell ins Gehirn.

Es ist überhaupt keine Frage: Wer Metalcore an und für sich unhörbar findet, der wird an „A War You Cannot Win“ nichts, aber auch wirklich überhaupt nichts finden, was ihm gefallen könnte. Wer von einer Band musikalisch dramatische Entwicklungen, progressive Prozesse oder mutige Songs erwartet, der wird bei ALL THAT REMAINS‘ sechstem Album ebenfalls nicht fündig. Wer aber bei einer gut ausbalancierten Nummer-sicher-Scheibe in „seinem“ musikalischen Segment akzeptieren kann, dass musikalische Entwicklung obsolet ist, der kann hier bedenkenlos zugreifen.

FAZIT: Nach einigen kommerziell starken Jahren ist der Metalcore wieder auf dem absteigenden Ast. Das ging bislang noch jedem musikalischen Subgenre des Rocks so, und wie gehabt gilt auch hier: Only the strong survive. Und dazu darf man ALL THAT REMAINS zweifelsfrei zählen.

PS: Bei der winzigen Schrift im CD-Booklet und dem einhergehenden misslungenen Versuch, die Lyrics zu entziffern, fühlt man sich leider dann doch nicht mehr wie 17. Sondern wie fast 41. Die Brille ist schon bestellt.

Punkte: 10/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 22.11.2012

Tracklist

  1. Down Through The Ages
  2. You Can’t Fill My Shadow
  3. Stand Up
  4. A Call To All Non-Believers
  5. Asking Too Much
  6. Intro
  7. Just Moments In Time
  8. What If I Was Nothing
  9. Sing For Liberty
  10. Not Fading
  11. Calculating Loneliness
  12. A War You Cannot Win

Besetzung

  • Bass

    Jeanne Sagan

  • Gesang

    Philip Labonte

  • Gitarre

    Oli Herbert, Mike Martin

  • Schlagzeug

    Jason Costa

Sonstiges

  • Label

    Razor & Tie / Soulfood

  • Spieldauer

    39:33

  • Erscheinungsdatum

    09.11.2012

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