Auf nichts ist mehr Verlass im Leben. Früher war klar: Kam eine Metalband aus Italien, ist der Schwulst- und Kitschfaktor in aller Regel höher als der Ätna. Aus, vorbei, finito: ALLTHENIKO stammen zwar aus Italien, machen aber Musik, die jeden Kuttenträger mit überwiegend deutscher Bestickung glücklich macht. Und das schon mit dem mittlerweile vierten Album.
Auf „Back in 2066“ regiert der schnörkellose, pure Heavy Metal: Sägende Gitarren, kreischender Sänger, straightes Drumming. Breaks? Spielereien? Keyboards? No way – keep it simple! Das italienische Full-Speed-Trio setzt auf die klassischen Zutaten, die ein klassisches Metalalbum eben braucht: Ein Gitarrist, ein Drummer sowie ein Bassist und Sänger in Personalunion – das reicht für einige zünftige Old-School-Attacken, bei denen insbesondere Sänger David Nightflight mit seiner sirenenartigen, schrillen Stimme für in die Höhe gereckte Fäuste sorgt. Als rabiate Mischung aus Kai Hansen und frühzeitlichem Peavy erklimmt er höchste Höhen, stets unterstützt von zumeist einfach gestrickten Gitarrenparts und fulminant vorpreschenden Drums. Hier und dort gibt’s mal zur Abwechslung Stampf-Parts, was hin und wieder etwas rockigere Gefühle aufkommen lässt, doch unterm Strich gibt’s hier puren, reinen, knietief in den 80er Jahren watenden Speed und Heavy Metal.
FAZIT: Auf komplette Albumdistanz ist für manchen die Stimme von David Nightflight vermutlich ein wenig anstrengend und zu wenig variabel und das Gesamtpaket etwas zu eindimensional, doch jeder, der seinen Metal pur und direkt auf den Punkt kommend liebt, der wird „Back in 2066“ etliche Hördurchgänge gönnen.
Punkte: 9/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 21.11.2012
David Nighflight
David Nighflight
Joe Boneshaker
Luke The Idol
Pure Steel Records
49:23
23.11.2012