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American Aquarium: Burn. Flicker. Die.

Stil: Americana / Roots Rock

Cover: American Aquarium: Burn. Flicker. Die.

Wenn man aus North Carolina, kann man sich der dort blühenden (Alternative-)Country-Szene wohl nicht entziehen, und so gastieren auf dem sechsten Album dieses Quintetts allerlei Prominente, etwa auch ihr Produzent Jason Isbell (DRIVE-BY TRUCKERS). Dessen ungeachtet besitzt "Burn. Flicker. Die." im Vergleich zur durchaus schwierig überschaubaren Genre-Konkurrenz einen inhaltlichen Mehrwert.

Platten, die mit "I was born in …" beginnen, fallen oft allzu selbstbezogen aus (Befindlichkeits-Muzak), da die Urheber selten mehr zu erzählen, sondern vor allem übersteigerte Egos haben. Die Geruhsamkeit, mit der die Gruppe aus Raleigh auf den ersten Blick vorgeht, wird durch die häufig von tiefen Wahrheiten ("Lonely Ain’t Easy") durchdrungenen Texte sowie das wiederholte Aufbegehren von Sänger Barham widerlegt. Statements wie "We got part time jobs and full time addictions" muten provinziell an, doch einfühlen kann man sich auch, wenn AMERICAN AQUARIUM von Savannah oder Jacksonville sprechen, denn ihre Geschichten können jedermann widerfahren.

So erhält man rein musikalisch mit "Burn. Flicker. Die." keinen Ausbund an Innovation. Die Combo agiert stiltreu und weicht nicht von etablierten Kompositions- beziehungsweise Arrangement-Schemata ab, was bis zur konventionellen Instrumentierung reicht. Allerdings verfügt sie über einen rechten "gutter poet" am Mikrofon, der nicht nur die Highlights der Scheibe (das forsche "Abe Lincoln" mit deftigen Worten, den wehmütigen Titelsong sowie das lässige Finale "Saturday Nights") wenn nicht in Stein meißelt, so doch zumindest mit Taschenmesser in die Theke des nächsten Pub. Den Rest – eben Country Rock der bewährten Art – hört man sich mit BJs mahnenden Worten im Vordergrund schön.

FAZIT: Die Stücke auf "Burn. Flicker. Die." bleiben auf gleichmäßig standfestem Niveau mit wenigen Ausschlägen nach oben, die zu Begeisterungsstürmen hinreißen. Fiebrige Americana spielen andere; AMERICAN AQUARIUM sind handwerklich sichere Dienstleister mit Dichtkünstler an der Spitze.

Punkte: 11/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 25.09.2012

Tracklist

  1. Cape Fear River
  2. St Mary’s
  3. Lonely Ain’t Easy
  4. Abe Lincoln
  5. Jacksonville
  6. Harmless Sparks
  7. Burn. Flicker. Die.
  8. Casualties
  9. Savannah Almost Killed Me
  10. Northern Lights
  11. Saturday Nights

Besetzung

  • Bass

    Bill Corbin

  • Gesang

    BJ Barham

  • Gitarre

    BJ Barham, Ryan Johnson, Whit Wright

  • Schlagzeug

    Kevin McClain

Sonstiges

  • Label

    Blue Rose / Soulfood

  • Spieldauer

    46:05

  • Erscheinungsdatum

    28.09.2012

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