Es ist ja durchaus erfreulich, dass der Strom an Nachwuchsbands nicht abreißen mag, doch leider bringt dies auch viel Ausschuss mit sich - und leider, das muss man sagen, ist diese Berliner Fünf-Mann-Kapelle eher eine der solchen, die dazu zählt.
Die Idee, Metalcore mit etwas Elektronik und orchestralen Parts zu tunen, ist, obwohl einige Bands bereits auf dieselbe Idee kamen, immer wieder schick, doch bei AN EVENING'S DAWN mag sich kaum Begeisterung breit machen. Einerseits liegt das daran, dass sich die Band, wenn es um das Zusammentragen von Material gegangen war, wohl zu sehr auf triviales Allgemeingut besonnen hat. Wenngleich das Quintett technisch perfekt agiert, so erscheinen die sechs Songs so, als habe man nach der Blaupause à la Lieblings-CD-Stapel gearbeitet. Das gilt nicht nur für die Riffs und Melodien, sondern auch für die für die Elektronik und das Orchester eingesetzten Keyboardsounds, da diese klingen wie Presets: Kaufhauskeyboard auspacken, einschalten, loslegen.
Das zweite Problem sind die Brullvocals, denn die tönen unfreiwillig komisch - so, als stünde eine Mischung aus Chewbacca, Hooligan und betrunkenem Schäferhund am Mikrofon. Und wenn man dann noch die sterile Produktion hinzunimmt, die sich an der Gleichförmigkeit moderner Metalalben orientiert, bleibt nicht mehr viel Spaß an der EP.
FAZIT: Hausaufgaben für die nächste Scheibe: Mehr Individualität, ernstzunehmenderer Gesang, besserer Sound. Denn dass die Gruppe eigentlich etwas kann, dürfte niemand bezweifeln...
Erschienen auf www.musikreviews.de am 21.07.2012
Till Falkenhagen
Danny Krout, Till Falkenhagen
Francis Pereira, Malte Fahrenholz
Markus Naubereit
Eigenproduktion
29:30
2012