So, so, aus wütenden Kids sind nun wütende Erwachsene geworden. ARCHITECTS aus Brighton versorgen seit 2006 die hartgitarrenaffinen Ohren mit ihren Ergüssen, und in diesen knapp sechs Jahren hatten so manche Bands erst zwei Alben auf die Reihe bekommen. „Daybreaker“ ist jedoch schon das fünfte Album des Quintetts.
Dieses ist wohl das poppigste der Bandgeschichte, denn selbst die disharmonischen und mathematischen Parts wirken in dem leicht emo- und screamo-angehauchten Metalcore-Mix wie am Reißbrett entworfen - und das ist bereits der Hauptkritikpunkt, den sich ARCHITECTS gefallen lassen müssen. Die Songs erscheinen viel mehr wie Teile eines Produktes denn als kleine Kunstwerke. Die sehr synthetische, blitzsaubere, klinische Produktion verstärkt diesen Eindruck leider noch, was besonders auffällt, wenn man den Gesang beachtet. Brüllt Shouter Samuel Carter, kennt er genau eine Tonlage, und wenn er auf das melodische Gleis wechselt, tönt das Gesungene dermaßen nachbearbeitet, sodass man glauben könnte, es sei um die Tonspur eines verloren geglaubten Disney-Teeniefilms ein modernes Metalalbum herumgeschrieben worden.
FAZIT: Dieses Wechselspiel aus Metal-, Math-, Core- und Mainstreamstandards ist nach wenigen Songs unfassbar ermüdend, und selbst Experimente wie „Behind The Throne“ zünden eher wie ein zu feucht gewordener Chinaböller. „Daybreaker“ klingt wie der Versuch, auch etwas vom Kuchen abzubekommen - jedoch mit zu viel Theorie und zu wenig Gefühl.
Punkte: 7/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 24.05.2012
Ali Dean
Samuel Carter
Tom Searle, Tim Hillier-Brook
Dan Searle
Century Media
41:28
28.05.2012