Mysteriös geben sich die drei Kölner von Aspen, die sich für die Bandfotos hinter Masken verstecken. Neun Songs lang wildern ASPEN im Post-Rock, im Ambient, in der Elektronik und in soundscapeartigen Regionen umher, um ihre Interpretation von instrumentaler Musik zu demonstrieren.
Dabei will sich das Trio fernab jeder jeweiliger Genrestereotypen wissen, was sich auch bewahrheitet, denn obgleich man fragmentär durchaus auf die üblichen Verdächtigen schließen kann, bleibt das Schaffen ASPENs sehr individuell geprägt. Doch bei allem Anspruch an sich selbst, so anders und speziell zu sein, vergessen die drei ab und an, wirklich packende Ideen aus der Tasche zu kramen. Vielmehr ist „Lak T'an“ eine Klangschau, an der man vorbei wandert: Schön anzuhören und an sich schon irgendwie ergreifend, aber kaum ist man daran vorbeigezogen (oder die Musik an einem selbst), hat man es schon wieder halbwegs verdrängt. Lediglich nochmaliges Hören sorgt dann wieder für eine déjà-vu-artige Erfahrung.
Oft, wie beispielsweise bei „Longing For Skies“, wird das Gefühl laut, dass so manche Idee unfertig verbraten wurde, und so erscheint das Album an vielerlei Stellen wie ein löchriger Flickenteppich - denn nicht mal einen wirklichen Jam-Charakter strahlt der Longplayer aus, sondern mehr das Flair eines Unterfangens der Sorte: „Komm, lass ma laufen, ma gucken, was rauskommt“ - und das kann in geniale Ergebnisse münden, oder aber ergibt das Ganze nicht allzu viel Sinn.
FAZIT: Experimentalismus, Freigeist und Grenzenlosigkeit in allen Ehren - doch auch diese drei Dinge sind solche, mit denen man nur wirklich umzugehen weiß, wenn man mit einem gewissen Mindestmaß an musikalischem und kreativem Geschick gesegnet ist - und da haben ASPEN noch einiges an Nachholbedarf.
Punkte: 7/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 22.10.2012
Andreas Rosczyk, Robert Sandrino Rasid, Tobias von zur Gathen
Eigenproduktion
46:43
31.08.2012