Ein rundes Jahrzehnt waren ATHLANTIS von der musikalischen Erdoberfläche verschwunden, um nun endlich ihr lang ersehntes, zweites Album „M.W.N.D.“ auf den Markt zu bringen. Äh, Moment, wer? ATHLANTIS? Nie von ihnen gehört? Keine Sorge, damit seid ihr nicht alleine. Und die Wahrscheinlichkeit, dass ihr die italienische Melodic-Power-Metal-Combo auch noch in zehn Jahren in euer Nachtgebet einschließt, ist relativ überschaubar.
Das größte Problem an „M.W.N.D.“ – steht für „Metal Will Never Die“ – ist die etwas orientierungslose Ausrichtung des Materials. Grundsätzlich schaut man auf andere italienische Combos der Sorte VISION DIVINE oder LABYRINTH. Hier und dort kann man ein kleines Ausrufezeichen setzen, etwa im Opener „Madness Is Rising“, der einen ganz ordentlichen Spagat zwischen solider Härte und nicht allzu schwülstigen Melodien hinlegt. Auch das ordentlich flotte „Lightning“ geht in diese Richtung, „One Man, One Look, One Desire“ ist ein Rocker der Kategorie „geht in Ordnung“, doch darüber hinaus hat „M.W.N.D.“ nicht übermäßig viel Spannendes zu bieten.
„Strong As Your Love“ ist der arg schmierige Versuch, eine Powerballade zu schreiben, „Dry Gin“ tendiert gar in die Richtung eines radiokompatiblen Softrockers, bei „Again You“ knödelt ohne jegliche Vorwarnung eine Möchtegern-Tarja-Turunen ins Mikrofon, und angesichts des Schmachtfetzens „Faraway“ – gleich doppelt vertreten, einmal in voller Bandstärke eingeschmalzt, einmal akustisch – nimmt selbst der Würfelzucker Reißaus im Küchenregal.
FAZIT: Metal Will Never Die – in der Tat. Daran kann auch ein Album wie „M.W.N.D.“ zum Glück nichts ändern.
Punkte: 6/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 16.07.2012
Steve Vawamas
Jack Spider
Pier Gonella
Steve Vawamas
Enry Sydoz
Ice Warrior Records
55:36
15.06.2012