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Dezperadoz: Dead Man's Hand

Stil: Western Metal

Cover: Dezperadoz: Dead Man's Hand

Was vor zwölf Jahren mit "The Dawn Of Dying" noch den Eindruck eines spaßigen, aber nur kurzlebigen Projekts hatte, findet mit "Dead Man's Hand" tatsächlich schon seine dritte Fortsetzung. Hatte das Debüt (damals noch unter der abweichenden Schreibweise DESPERADOS) auch einen besonderen Reiz durch das Mitwirken von Tom Angelripper, singt Gitarrist und Songwriter Alex Kraft (auch Gitarrist bei ONKEL TOM) ja seit dem zweiten Album "The Legend And The Truth" trotz einiger namhafter Gäste hauptsächlich selber. Das macht er auch ziemlich ordentlich und hat es letztlich auch ohne seinen Ruhrpott-Kumpel geschafft, sich mit seiner eigenen Band einen Namen zu machen und diese in der Szene zu etablieren.
Und der Gangleader hat seinen 'Western Metal' offensichtlich auch noch nicht zu Ende erzählt. Diesmal hat er die Lebensgeschichte von James Butler "Wild Bill" Hickok vertont. Der legendäre Revolverheld und Kartenspieler hielt die Poker-Hand, die auf dem Cover zu sehen ist, als er im Jahre 1876 rücklings erschossen wurde, und seitdem trägt dieses Blatt die Bezeichnung "Dead Man's Hand".

Bei der Umsetzung der Gunfighter-Story ist musikalisch alles beim Alten geblieben. Nach der obligatorischen Einleitung und dem zugleich instrumentalen Willkommensgruß in "Deadwood", macht "Under The Gun" erst mal klar, dass wir es bei den DEZPERADOZ in erster Linie immer noch mit einer Metalband zu tun haben. Neben den Country-Klängen, für die wieder zuhauf Banjo, Mundharmonika und Steel-Guitar zum Einsatz kommen, und den immer wieder eingebauten Western-Samples á la Ennio Morricone finden sich in der knappen Stunde Spielzeit daher auch diesmal wieder einige schwere Riffs im Stile der (modernen) METALLICA ("Saloon No. 10", "Dead Man's Hand"). Zum Ausgleich klingt der Gesang beim melodisch nachdenklichen "Train Of Souls" dafür anfangs nach Dave Mustaine, während man sich für das coole "Last Man Standing" bei der Melodie von AC/DCs "Rock ‘n’ Roll Ain’t Noise Pollution" bedient hat. Zum "Showdown", bei dem auch Outlaw a.D. Tom Angelripper kurz zu hören ist, ist man dann fast beim Thrash angekommen.

Die Mischung macht auch diesmal wieder den besonderen Reiz aus, wenn sie auch auf Dauer einige Abnutzungserscheinungen aufweist. Man hat die Machart inzwischen halt schon gehört. Und es treffen auch längst nicht alle Songs ins Schwarze. "Badlands" will etwa so gar nicht zünden und das Knarrengelade "Bullet With My Name" mit kurzem VOLBEAT-Anflug kommt auch nicht richtig zur Sache. Und ein reiner Country-Song und Aufforderung zum Square Dance wie "My Ol' Rebel Heart" passt vielleicht gut ins Konzept, solche Nummern kann man dennoch gerne THE BOSS HOSS überlassen. Dass die Ideen langsam zu Neige gehen, merkt man auch an der neuen (Akustik-)Version von "My Gun And Me", die einen daran erinnert, dass das Debüt irgendwie doch noch ein anderes Kaliber war.

FAZIT: Das vierte Langeisen der DEZPERADOZ ist zwar kein Royal Flush, aber auch keinesfalls ein Rohrkrepierer. Als Western-Fan wird man auch an "Dead Man's Hand" seine spezielle Freude haben, auch wenn der "Gute-Idee"-Effekt der ersten Alben allmählich aufgebraucht ist.

Punkte: 9/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 25.04.2012

Tracklist

  1. Deadwood
  2. Under The Gun
  3. Yippie Ya Yeah (More Than...)
  4. Badlands
  5. Bullet With My Name
  6. Just Like Cowboyzz Do
  7. Last Man Standing
  8. My Ol' Rebel Heart
  9. Saloon No. 10
  10. Dead Man's Hand
  11. Showdown
  12. Train Of Souls
  13. Wild Horses
  14. My Gun And Me (Southern Pride Vers.)

Besetzung

  • Bass

    Alex Weigand

  • Gesang

    Alex Kraft

  • Gitarre

    Alex Kraft, Nils Stürzer

  • Schlagzeug

    Markus Kullmann

Sonstiges

  • Label

    Drakkar/Sony

  • Spieldauer

    58:11

  • Erscheinungsdatum

    27.04.2012

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