Zurück

Reviews

Diamondog: Faithful Unto Death

Stil: Rock in allen Gewässern

Cover: Diamondog: Faithful Unto Death

Dieses Album wurde unter dem Titel des arschtretenden Openers bereits 2011 veröffentlicht. Heuer erfährt der dritte Shitkicker der Osloer Band eine Wiederaufbereitung mit zwei zusätzlichen Songs, quasi zur Begrüßung beim neuen Label. Da DIAMONDOG hierzulande allenthalben Rotzrock-Insidern bekannt sind, darf „Faithful Unto Death“ auch als Neueinstieg zum Anfreunden mit der Gruppe gelten.

Das Geachtel „Hurt“ mit breitem Refrain und Harmoniegesang einer sowie schroffen Gitarren andererseits sowie das ähnliche „Let The Fight Begin“ stehen bezeichnend für den Sound von DIAMONDOG. Gerade der einstweilig harsche Klampfensound rückt die Kiste ein Stück weit in die Garage, wohingegen Schwermütiges wie „Lost In Tranquility“, „Let It Show“ oder „Soak It In“ (schreit nach Classic-Rock-Radio) an die BEATLES-Fans KING'S X erinnert, mit deren Gitarrist Ty Tabor die Norweger bereits zusammengearbeitet haben. Das düster stimmungsvolle „This Is A Love Song“ wiederum schert in Richtung THE CULT aus, was auch an der anpassungsfähigen Stimme von Fronter Mikael liegt.

In „Like A Diamond“ singt er zwar nicht wie Lemmy, aber das Stück ist eine etwas zu offensichtliche „Ace Of Spades“-Hommage. Dafür hat „No Other Name“ eine Sleaze-Note und glänzt mit liebevoller Gitarrenarbeit – ein echter Sonnenschein, genauso wie der Punker (die Riffs sind allerdings feister als Sicherheitsnadel-Musik) „If“. „Don't You Die“ überrascht am Ende als geschmackvolle, weil glaubwürdige Ballade, wirkt also nicht wie ein Quoten-Schmachter.

Die Band mag schon im TV aufgetreten sein, aber da Norwegen nicht Finnland ist, muss man beileibe keinen klebrigen Konsenssound erwarten, sondern mit einem Rock-Pastiche rechnen, das einen breiten Abschnitt der Geschichte abdeckt und zahlreiche Assoziationen zulässt. Mitunter riechen DIAMONDOG dann auch nur schwach nach Eigenständigkeit, aber das ist angesichts der Klasse des Songwritings sowie mit Hinblick auf die kaum affektierte Attitüde des Quintetts eher zweitrangig. Guter, zeitloser Stoff, dies.

FAZIT: Wenn man der Masse einen guten Geschmack andichten möchte, spielen DIAMONDOG massenkompatiblen Rock, der sich aus allen Sparten das Beste nimmt und meistens zu etwas Eigenem verschränkt, woran ihr Frontmann entscheidenden Anteil hat. Das Songwriting stimmt, der Klang auch, und das Herz sitzt am richtigen Fleck.

Punkte: 10/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 16.05.2012

Tracklist

  1. Kill Me
  2. Hurt
  3. Let The Fight Begin
  4. Lost In Tranquility
  5. This Is A Love Song
  6. Like A Diamond
  7. Soak It In
  8. No Other
  9. Let It Show
  10. If
  11. Don't You Die

Besetzung

  • Bass

    Frode Heiestad

  • Gesang

    Mikael Lillevold

  • Gitarre

    Håvard Træthaug, Morten Husvik

  • Schlagzeug

    Frank Bjaanes

Sonstiges

  • Label

    Liljegren Records / Doolittle

  • Spieldauer

    40:06

  • Erscheinungsdatum

    25.05.2012

© Musikreviews.de