Diese dritte Scheibe der jungen, auftrittsfreudigen Finnen seit 2008 besticht wie aus Skandinavien gewohnt durch ein hochprofessionelle Umsetzung im Handwerklichen wie Optischen (Covergemälde, Videoclip zum Opener). DIRGE ETERNAL spielen grob gesagt bombastischen Power Metal mit entsprechend viel Zierrat, dem allerdings nie die Härte abgeht.
Die Gitarrenspitze wurde hörbar von Neoklassig Helden wie Yngwie Malmsteen geprägt, doch der dunkle Tenor der Stücke (Chöre, Sample-Bläser, Stakkato-Riffs) spricht eine andere Sprache, zumal Sänger Jani niemals näselt wie viele seiner Landsleute. „The Slaughterhouse“ gefällt vornehmlich deswegen und rutscht zum Glück nicht sofort penetrant durch den Hörkanal ins Langzeitgedächtnis. Das Titelstück gerät ob eines wiederkehrenden Tusches umso eingängiger, wobei Refrain und schleppender Rhythmus etwas von SAVATAGE haben, auch wenn DIRGE ETERNAL moderner klingen und den Pomp der Amis nicht geerbt haben.
Das abschließende und über acht Minuten lange „Within The Dark“ wartet mit der üppigsten Orchestrierung des Songtrios auf. Progressive Anwandlungen (Geschwindigkeits- und Stimmungswechsel, denen der Frontmann nicht gänzlich gewachsen ist) sorgen für anhaltende Spannung, aber die letzten zwei Minuten technoides Rauschen und Klopfen hätte man sich sparen können.
FAZIT: Interessante Deutung aus dem Themenkreis Euro-Metal – DIRGE ETERNALs Power Metal mit symphonischer Kante entzieht sich den Klischees des Genres weitgehend, überzeugt angesichts einer überdurchschnittlichen Inszenierung und darf in Zukunft kompositorisch packender ausfallen. Dessen ungeachtet wünscht man sich häufiger dermaßen unprätentiöse Metal-Musik aus Finnland.
Erschienen auf www.musikreviews.de am 29.06.2012
Markus Ylänne
Jani Perta
Hannes Horma, Henri Asikainen
Patrik Albrecht
Eigenvertrieb
17:59
29.06.2012